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Schwarz gewinnt

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Lajon Witherspoon (Sevendust), Deborah Anne I “Skin” Dyer (Skunk Anansie), Corey Glover (Living Colour) – alles herausragende Persönlichkeiten am Mikro, die dem Rock- und Metal-Bereich mit ihren seelenvollen Stimmen einen ganz besonderen Stempel aufgedrückt haben. Nach dem iO-Debüt FOR THE MASSES darf man nun auch Charles Simmons in dieser illustren Runde willkommen heißen.

Was der Mann aus seinen Lungen presst, ist das pure Gold und passt perfekt zu den modernen Rock-Arrangements, die die ehemaligen Guano Apes-Musiker ihren Instrumenten entlocken – ist aber auch irgendwie fernab von dem, was derzeit hierzulande stilistisch gefragt ist. “Die von dir anfangs erwähnten Bands haben bereits gezeigt, dass eine Soul-Stimme mit heftigen Gitarren wunderbar harmonieren kann”, meint Charles – gibt aber zu: “Wir wissen, dass wir mit unserer Musik derzeit ein wenig exotisch wirken und – zumindest was die Charts angeht – in den Vereinigten Staaten besser aufgehoben wären.”

Aus denen kam er 1991 nach Deutschland, wo sein Vater jahrelang als amerikanischer Soldat stationiert war. Seit 1995 tummelt er sich in der hiesigen Musikszene und hat dabei so ziemlich alles gesungen, was ihm vor die kreative Flinte kam: Jazz, HipHop, Country, Soul. 2006 traf er dann zufällig den ehemaligen Guano Apes-Drummer Dennis Poschwatta in einem Frankfurter Club, kam mit ihm ins Gespräch, und man beschloss, ein gemeinsames Projekt – mit dem etwas seltsam anmutenden Band-Namen – zu starten. “Das kleine V steht für unseren ‘Input’ als Band-Mitglieder, und das große ‘0’ steht für das Ergebnis oder ‘Output'”, erklärt der Frontmann. “Oder anders gesagt: Die Summe ist größer als ihre Einzelteile.”

Und FOR THE MASSES ist größer als vieles, das sich derzeit in Deutschland “Rock” schimpft. Das Album schlägt geschickt die Brücke zwischen der Moderne und der Zeit, als die Crossover-Bewegung eine Vielzahl äußerer Einflüsse aufsog und im Zuge dessen auch eine große Anzahl dunkelhäutiger Sänger – die ursprünglich ihre musikalischen Wurzeln aus einem anderen Genre bezogen – präsentierte. “Ich bin mir nicht sicher, ob man der Crossover-Bewegung alleine dafür die Ehre zusprechen kann”, widerspricht Charles. “Man darf nicht vergessen, dass einige der größten Rock-Musiker Schwarze waren: Jimi Hendrix, Bo Diddly, Chuck Berry oder Prince – den ich übrigens für einen der Top Ten-Gitarristen überhaupt halte. Kurz gesagt: Es gab immer schwarze Frontsänger in der Rock-Musik, und es wird sie immer geben.” Nach der Begegnung mit iO und FOR THE MASSES sind wir darüber mehr als glücklich.

www.io-rocks.com

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