Metal Hammer

Impala Awards: Der Untergrund lebt

07.09.2012 - Robert Müller

Impala Awards für The Vision Bleak

Keiner kauft mehr CDs? Als Ex-und-Hopp-Produkt bestimmt nicht - aber echte künstlerische Eigenständigkeit zahlt sich immer noch aus. Der Impala Award soll dem Rechnung tragen

Gut: Das „Hotel Sturm“ in Mellrichstadt ist nicht das Staples Center in Los Angeles, wo seit 2000 die Grammys verliehen werden. Und eigentlich ist es auch keine Verleihung, die hier stattfindet, eher eine „Überreichung“. Aber Anlass zur Freude gibt es allemal.

Die Awards der Organisation Impala (Independent Music Companies Association) sind an die bekannten silbernen, goldenen und platinen Schallplatten angelehnt – für jeweils 20.000 in Europa abgesetzte Einheiten überreicht das Label Prophecy seinen Künstlern Alcest (für ÉCAILLES DE LUNE und überraschend auch schon für das aktuelle Album LE VOYAGES DE L’ÂME), Dornenreich (HER VON WELKEN NÄCHTEN), The Vision Bleak (CARPATHIA) sowie dem Neo-Folk-Urgestein Tony Wakeford (Sol Invictus) die verdienten Silver Awards.

Und wo bei den Kommerzbomben der Szene die Vitrinen schon vollstehen, herrscht bei den Jungs noch echte Begeisterung. Klar, denn in Zeiten, wo die regulären Charts schon mit ein paar hundert (!) verkauften Einheiten offenstehen, wird hier konstante Arbeit und der dauernde Enthusiasmus der Fans belohnt.

„Endlich etwas, dass ich meinem Vater zeigen kann, der nie verstehen konnte, warum ich das mache“, sagt Markus Stock von The Vision Bleak, während Neige von Alcest schon Grammy-mässiger von „ das hätte ich mir nie erträumte“ schwärmt, bevor die ganze Party standesgemäß in einem Meer von Bier und einer chaotischen Musiksession im nahegelegen Klangschmiede Studio E entgleist.

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