Seit Anbeginn verzichtet das Trio aus Baltimore auf einen festen Bassisten, lässt sich inzwischen aber sowohl live als auch im Studio im Tieftonsegment durchaus personell unter die Arme greifen. Dies ist nicht die einzige Eigenart, welche die Band auf ihrem fünften Album kultiviert. Black Lungs von Stoner, Doom, Psychedelia, aber auch Alternative Rock-Elementen gespeister Sound zeichnet sich durch eine ziemlich unverwechselbare klangliche Identität aus. Das liegt vor allem an Sänger/Gitarrist David Cavaliers ungewöhnlichem Gesangsduktus, dessen intuitive Intonation und Eigenmarkenmodulation kaum auf das amerikanische Maryland als Herkunftsland sondern eher auf die gibraltanischen Felsenfreunde Breed 77 schließen lässt. Was aber nicht heißt, dass Black Lung nicht auch dazu imstande wären, durchaus näherliegende Acts zu evozieren. So kommt ‘Forever Beyond Me’ überraschend mit einer Queens Of The Stone Age-Rhythmik sowie dem quintessenziellen Homme-Hymnenfaktor im Chorus daher. ‘Boarder Hoarder’ hingegen lässt vor allem in seinen instrumentalen Passagen die musikalische Mantrahaftigkeit von My Sleeping Karma aufblitzen. Doch bereits das sich anschließende achtminütige Schlusslicht ‘Scum’ reklamiert als Lehrstück in Sachen dynamischer Dringlichkeit Black Lungs liebenswerte Eigenständigkeit wieder zurück.
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