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Poison Ruïn HÄRVEST

Punk Rock , Relapse/Membran (11 Songs / VÖ: 14.4.)

3/ 7
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Wenn HÄRVEST mal keine Platte ist, die versucht, sich jeder offensichtlichen Klas­si­fizierung zu entziehen … Relapse stehen oft für extreme Musik, und Song-Titel wie ‘Torture Chamber’, ‘Frozen Blood’ oder ‘Resurrection’ klingen schon irgendwie nach Death Metal. Doch das relativ lange Intro des ersten Stücks ‘Pinnacle Of Ecstasy’ evoziert nicht Tod und Teufel und auch nicht unbedingt Party und Ekstase, sondern wartet mit vermeintlich unbeschwerten Synthies wie aus dem Soundtrack eines Achtziger-Giallos auf – drohendes Unheil wabert gemütlich durch die Boxen. Danach geht es gemächlich mit Punk Rock und etwas zu leise gemischten Vocals los, mehr zwischen Sechziger-Revolution und Achtziger-Fatalismus changierend als mit Aggression oder Aufbegehren zu wuchern.

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Mal ein Hauch Ramones, aber ohne das Wohlfühlgefühl, mal ein bisschen Stoner-Esprit – alles in allem trifft es die Bezeichnung Post Punk sicher ganz gut. Produktion und Cover sind cool, der Rest erschließt sich vielleicht eher Kollege Thießies oder Menschen, die in den Achtzigern schon alt waren und sich über jede Beat-Musik freuen, bei der nicht nur herumgebrüllt wird. Was war jetzt mit den Song-Titeln? Poison Ruïn hinterlassen auch konzeptionell Fragezeichen, da sie zum einen über das Überleben in Philadelphia singen, und zum anderen mittelalterliche Fantasiegeschichten thematisieren. Was auch immer da gesät, geerntet und geraucht wurde: HÄRVEST ist im zwiespältigen Sinne obskur.

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