Okay, ich bin billig: gib mir eine kalte Herrin. Gib mir schnarrend eckigen Post Punk mit ordentlich Bass und sägender Darkwave-Gitarre, und ich werd’ willenlos. Kommen dazu noch okkulter Electric Wizard-Fuzz und knorrige Darkthrone-Anleihen, zücke ich schnell (fast) die Bestnote. Kaum überraschend kommt das Quintett aus Turin, der Schnittstelle magischer Kraftlinien, durchdrungen von schwarzer und weißer esoterischer Tradition. Das dunkle Herz der Stadt könnte jedoch verrutscht sein – weg von der Piazza Statuto, hin ins Deepest Sea Studio, wo Ponte Del Diavolo ihre beiden Alben (FIRE BLADES FROM THE TOMB von 2024 und das neue DE VENOM NATURA) aufgenommen haben. Gleich zwei Bassisten und herrlich klobige Drums schaffen das Fundament für den fiebrigen Sound der Italiener, die schon beim Roadburn und Inferno für Furore gesorgt haben. Der Opener ‘Every Tongue Has Its Thorns’ beweist direkt, wie gut Black Metal-Keifen zu wavigem Näseln und Theremin passt. ‘Lunga vita alla necrosi’ klingt wie Shadow Project auf Italienisch, und ‘Spirit, Blood, Poison, Ferment!’ beglückt mit sämiger Posaune. Nach so viel Power fühlen sich ‘Il Veleno della Natura’ und ‘Delta-9 (161)’ (die chemische Formel von Cannabisharz) schwächer an – aber zum Ende hin geht die Kurve mit dem angemessen nervösen Bauhaus-Cover ‘In The Flat Field’ wieder hoch. Stelle ich mir live grandios vor.
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