Zwei Jahre unterwegs, unzählige Shows – THE NEW FLESH trägt diesen Hintergrund offen vor sich her. Sylosis hatten, wie sie selbst sagen, beim Schreiben stets die Bühne im Kopf. Ob man das jetzt hört? Oh ja, und wie. Alles ist auf Druck, Bewegung und unmittelbare Wirkung ausgelegt. Dass die Platte dabei auch über Kopfhörer gnadenlos ballert, ist kein Widerspruch, sondern ein klarer Beweis für das starke Songwriting. Musikalisch bewegen sich die Herren genau dort, wo sie ganz in ihrem Element sind und sich hörbar wohlfühlen: zwischen oldschooligem Thrash Metal, der trotz klarer Wurzeln frisch und modern klingt, und Melodic Death, der das Feuer nicht nur ergänzt, sondern ihm zusätzliche Ebenen verleiht. Im Verlauf der Platte tauchen immer wieder unterschiedliche Einflüsse auf: Sepultura-Vibes treffen auf Lamb Of God-Groove, und hier und da schimmern metalcorige Strukturen durch. Trotzdem bleibt der Sound geschlossen und zeigt die Gruppe in absoluter Bestform. Songs wie beispielsweise ‘Beneath The Surface’, ‘All Glory, No Valour’, ‘Circle Of Swords’ oder ‘Seeds In The River’ entfesseln enorme Energie, während melodischere Momente dem Druck nichts von seiner Intensität nehmen. ‘Everywhere At Once’ setzt schließlich einen bewussten Kontrast: klar gesungen, persönlich und sehr intensiv – und unterstreicht eindringlich, welch eine stimmliche Macht Josh Middleton ist. Insgesamt wirkt THE NEW FLESH wütend, fokussiert und bemerkenswert reif. Sylosis klingen selbstbewusster denn je und haben ihrer Diskografie damit ein echtes Highlight hinzugefügt.
Sylosis gehören schon seit Längerem zu den progressiven Speerspitzen im extremeren Bereich und werden nun hoffentlich endlich mit breiterer Aufmerksamkeit belohnt. THE NEW FLESH birst vor Ideen, überraschenden Wendungen und granatenmäßigem Riffing. Der Mix aus Thrash, Metalcore und melodischem Death ist ebenso zerstörerisch wie durchdacht. Da jetzt die Hooklines nachgeschärft wurden, sollte sich jeder härtere Metal-Fan zumindest eine Hörprobe gönnen. Es lohnt sich! Matthias Weckmann (6 Punkte)
Sylosis waren schon immer die eierlegende Wollmilchsau des Thrash Metal – so überraschen sie auch auf THE NEW FLESH wieder mit einer einzigartigen Mischung aus klassischen Genre-Zutaten, malmendem Death- und Groove Metal sowie dynamischem Metalcore. Dadurch können Melodiefeuerwerke wie ‘Erased’ und Abrissbirnen wie ‘All Glory, No Valor’ ansatzlos nebeneinanderstehen. Eine Machtdemonstration! Sebastian Kessler (5 Punkte)
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