Wie häufig ‘The Elder Scrolls V: Skyrim’ (2011) seit seinem Erscheinen für nahezu jede erdenkliche Plattform neu aufgelegt wurde, lässt sich kaum noch zählen. Nun erhält auch die Nintendo Switch 2 eine halbwegs physische Portierung des Rollenspieldauerbrenners – in Form einer Cartridge für den digitalen Download –, und erwartungsgemäß funktioniert das Konzept auch hier bemerkenswert gut. Die Handlung dürfte nach 15 Jahren hinlänglich bekannt sein: Als namenloser Held – einem sogenannten Drachenblut, dem es möglich ist, die Schreie der geflügelten Ungeheuer zu erlernen – durchstreift man eine offene Welt, die von einer funktionalen, jedoch nie überragenden Haupterzählung zusammengehalten wird. Ihre wahre Stärke entfaltet die ‘The Elder Scrolls’-Reihe jedoch traditionell abseits des roten Fadens. Es sind die Nebenaufgaben, politischen Intrigen und moralischen Grauzonen, die das Abenteuer tragen und oft fesselndere Geschichten erzählen als die eigentliche Drachenprophezeiung.
Jeder Durchlauf gerät dadurch anders: Mal schließt man sich der Diebesgilde an, mal den söldnerartigen Monsterjägern, mal den Meuchelmördern im Untergrund: jede Fraktion besitzt genug Gewicht, um beinahe als eigene Erzählung zu funktionieren. Neben dem Hauptspiel enthält ‘The Elder Scrolls V: Skyrim – Anniversary Edition’ zudem die drei DLC-Erweiterungen ‘Hearthfire’, ‘Dawnguard’ und ‘Dragonborn’ sowie Hunderte zusätzliche Inhalte aus dem Creation Club, womit inhaltlich kaum Wünsche offenbleiben. Auch mobil auf der Nintendo Switch 2 entfaltet dieses Prinzip seine Sogwirkung und bietet die Gelegenheit, eines der prägendsten Rollenspiele der Moderne nachzuholen – oder zumindest die Wartezeit zu überbrücken, bis irgendwann ‘The Elder Scrolls VI’ erscheint. Bethesda Softworks beweist damit, dass dieser Titel selbst anderthalb Jahrzehnte nach Veröffentlichung noch immer als Maßstab offener Rollenspielwelten gilt.
