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Tiamat: Debüt SUMERIAN CRY wird 35

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Schweden, die letzten Ausläufer der Achtziger. Death Metal beginnt, sich aus dem Tiefen der Hölle zu erheben und überschwemmt das ohnehin schon kalte Land mit eisiger Energie. Zu dieser Zeit findet sich ein Quartett zusammen, das zunächst unter dem Namen Treblinka anfängt, gemeinsam zu musizieren, und später als Tiamat bekannt werden soll. Ihr Debütwerk trägt den Namen SUMERIAN CRY und feiert heute bereits seinen 35. Geburtstag. Wir blicken zurück.

Tiamat als Vorreiter in den berühmten Sunlight Studios

Im Oktober 1989 starten die Aufnahmen der Lieder in den berühmt-berüchtigten Stockholmer Sunlight Studios. Das macht SUMERIAN CRY tatsächlich zum ersten vollen Album, das aus diesen heiligen Hallen hervorging. Entombeds LEFT HAND PATH, das sonst gerne als Sunlight-Vorreiter betrachtet wird, wurde erst zwei Monate später, im Dezember, aufgenommen. Das namengebende Einstiegslied ‘Sumerian Cry (Part 1)’ dürfte den Tag eins-Fans bekannt vorgekommen sein. Es basiert auf der Melodie des Beginns von ‘Crawling In Vomit’, das wiederum das erste Lied des ersten Treblinka-Demos war. Auch hinter dem Lied ‘The Sign Of The Pentagram’ verbirgt sich eine Geschichte. Es war ursprünglich gar nicht für SUMERIAN CRY bestimmt, sondern sollte auf einer Compilation-CD von Jon „Metalion“ Kristiansen erscheinen. Der Chefredakteur des norwegischen Magazins Slayer veröffentlichte sein Vorhaben jedoch nie, weshalb Tiamat ‘The Sign Of The Pentagram’ kurzentschlossen für ihr eigenes Werk verwendeten.

Ein sehr uncharakteristisches Debüt

Stilistisch lässt sich über die Anfangszeit von Tiamat vor allem eines sagen: Sie sind verdammt düster. SUMERIAN CRY stammt aus der Zeit, bevor Death Metal und Black Metal komplett verschiedene Wege gingen, und das merkt man. Die Texte wirken wie typischer Black Metal, der Gesang positioniert sich aus heutiger Sicht jedoch irgendwo zwischen Death und Doom. Dieses Werk sollte das einzige bleiben, das sich in dem Genre einordnet. Bereits das Folgewerk THE ASTRAL SLEEP (1991) beinhaltet Gothic Metal-Elemente, denen die Band bis heute treu blieb. SUMERIAN CRY ist, nur weil es Tiamat-untypisch ist, jedoch nicht zu unterschätzen. Es handelt sich definitiv um ein anspruchsvolles Album, welches sich erst nach mehrfachem Hören vollständig entfaltet. Diesen Zeitaufwand ist es auf jeden Fall wert.


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Nuria Hochkirchen schreibt freiberuflich unter anderem für METAL HAMMER. Weitere Artikel und das Autorenprofil gibt es hier.

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