Toggle menu

Metal Hammer

Search

Joan Jett: 45 Jahre Solo-Debüt BAD REPUTATION

von
teilen
mailen
teilen

Es gibt Debütalben, die höflich anklopfen, sich vorstellen und artig fragen, ob sie vielleicht kurz reinhören dürfen. Dann gibt es noch BAD REPUTATION. Joan Jett hat 1981 der gesamten Musikindustrie den Mittelfinger gezeigt und dabei so breit gegrinst, dass selbst die härtesten Punk-Veteranen anerkennend nicken mussten.

Genug Selbstbewusstsein und Durchhaltevermögen

Dabei beginnt die Geschichte dieses Albums nicht mit einem glamourösen Labelvertrag, sondern einer Abfuhr nach der anderen. Nach dem Ende der Runaways stand Jett an einem Scheideweg: weitermachen oder untergehen. Sie entschied sich für Ersteres – und zwar mit einer Sturheit, die man sonst nur von heutigen nordischen Metal-Demos kennt, die vor Konzerthallen aus dem Kofferraum heraus verkauft werden. Genauso lief es nämlich damals ab: Im Mai 1980 erschien das Album erstmals unter dem schlichten Titel JOAN JETT, komplett unabhängig, komplett selbstgebastelt.

Die Plattenfirmen? Kein Interesse. Zu rotzig, zu ungehobelt, zu wenig formbar. Also machten Jett und Produzent Kenny Laguna das, was echte Rock’n’Roller tun: Sie verkauften die Scheiben selbst – direkt aus Lagunas Auto. Keine Marketing-Strategie, keine PR-Kampagne, nur rohe Überzeugungskraft und ein Album, das lauter war als jede Absage. Und, siehe da: Genau diese Hartnäckigkeit brachte Boardwalk Records auf den Plan. Ein Jahr später erschien das Werk erneut, diesmal unter dem Titel BAD REPUTATION – mit neuer Reihenfolge der Lieder, aber ansonsten unverändert.

Viele Gäste und Unterstützung für Joan Jett

Musikalisch ist das Album ein wilder Cocktail: Rock’n’Roll der Fünfziger und Sechziger, Glam-Attitüde, ein Spritzer Punk. Dazu eine Joan Jett, die klingt, als würde sie jedem Song persönlich die Zähne ausschlagen, wenn er nicht spurt. Unterstützt wurde sie dabei von Mitgliedern der Roll-Ups: Lea Hart, Jeff Peters und Paul Simmons. Dazu kommt eine Gästeliste, die sich liest wie ein „Who’s who“ der späten Siebziger: Steve Jones und Paul Cook von den Sex Pistols, Clem Burke und Frank Infante von Blondie.

Wo Jett ist, wird es laut und gut

Trotzdem hält sich bis heute ein hartnäckiger Mythos: dass BAD REPUTATION ein Album von Joan Jett & The Blackhearts sei. Totaler Unsinn, der selbst auf großen Streaming-Plattformen so vermarktet wird. The Blackhearts kamen erst später ins Spiel. BAD REPUTATION ist Jetts Solo-Statement, zu dem sie viele großartige Musiker einlud. Es bildet den direkten Vorläufer zu I LOVE ROCK’N’ ROLL (1981), dem Album, das sie endgültig in den Rock-Olymp katapultierte. Bei diesem Werk kamen dann auch endlich The Blackhearts ins Spiel.

Bad Reputation
Kundenbewertungen
Bad Reputation*
von Legacy
Unverb. Preisempf.: € 16,33 Du sparst: € 2,17 (-13%)  Preis: € 14,16 Jetzt auf Amazon kaufen* Preis inkl. MwSt., zzgl. Versandkosten
Zuletzt aktualisiert am 22. Januar 2026 um 11:20 . Wir weisen darauf hin, dass sich hier angezeigte Preise inzwischen geändert haben können. Alle Angaben ohne Gewähr.

1999 bekam das Album eine Frischzellenkur: Neu abgemischt, mit Bonusmaterial versehen und erneut veröffentlicht – ein Beweis dafür, dass Jetts Start in die Solo-Ära nichts von seiner Strahlkraft verloren hat. Unterm Strich bleibt BAD REPUTATION ein Manifest. Ein Album, das nicht fragt, ob es jemandem gefällt. Es existiert, weil Joan Jett es wollte – und weil Rock’n’Roll manchmal genau diese Mischung aus Trotz, Talent und totaler Unabhängigkeit braucht. Ein Jubiläum, das man nicht feiert, sondern laut aufdreht.


Bestens informiert über dieses und alle weiteren wichtigen Themen im Metal bleibt ihr außerdem mit unserem Newsletter. Einmal pro Woche flattert euch übersichtlich sortiert ein Update ins Postfach. Einfach anmelden, damit euch auch sicher nichts entgeht.

Nuria Hochkirchen schreibt freiberuflich unter anderem für METAL HAMMER. Weitere Artikel und das Autorenprofil gibt es hier.

teilen
mailen
teilen
Skindred: "Ohne Hoffnung, was haben wir dann noch?"

Während viele Künstler die Übel dieser Zeit und die dunklen Themen in ihrer Musik zu Härte, Düsternis und Wut verarbeiten, setzen Skindred darauf, eine Auszeit zu liefern. Ragga-Metal trifft es grob, es ist ein Stilmix aus Reggae, Ragga, Dancehall, Rock, Pop, Punk und Metal, den die Band um Sänger Benji Webbe seit vielen Jahren zelebriert. Die kürzlich veröffentlichte Single ‘You Got This’ passt da bestens hinein – und liefert einen Vorgeschmack auf das gleichnamige neunte Studioalbum, das am 17. April 2026 erscheinen soll. Die Platte folgt auf das 2023er Erfolgsalbum SMILE, mit dem Skindred Platz zwei der britischen Album-Charts erklommen.…
Weiterlesen
Zur Startseite