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Andre Matos Interview

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Der aussagekräftige Titel seines neuen Babys lässt sich mehrfach interpretieren. Das weiß der fließend Deutsch sprechende Brasilianer Andre Matos selbst am Besten. „Der erste Schluss ist sicher der Vergleich mit meiner Vergangenheit“, nickt er.

Viel Glück hat er mit seinen ehemaligen Bands nämlich nicht gehabt, von denen er sich entweder auf Kurz oder Lang immer wieder trennte, oder die gleich vollends auseinanderbrachen. Umso mehr freut sich Matos, nun auf eigenen Füßen zu stehen. „Ich durchlebe gerade eine Phase, in der ich mich von früheren Zwängen und Fesseln befreit fühle. Ich hab keine Verpflichtungen, mich einem bestimmten Musikstil anzubiedern, sondern die freie Entscheidung über die Richtung, in die ich gehen will.“

Nichtsdestotrotz steht hinter TIME TO BE FREE eine weit größere Bedeutung: „Die Suche nach Freiheit in dir selbst – das ist die Hauptaussage. Die Musik ist der Schlüssel dazu. So viele Leute haben mittlerweile den Glauben an etablierte Werte verloren, sind auf dem Weg ins Nirgendwo. Ich hoffe, ich kann mit diesem Album dabei helfen, die Menschen wieder auf den richtigen Pfad zu bringen.“

Solch hehre Ziele verlangen natürlich hohe Ansprüche. Da wundert es nicht, dass Andre für TIME TO BE FREE die Creme de la Creme aus der brasilianischen Metal-Szene um sich geschart hat, darunter Andre „Zaza“ Hernandes (ex. Angra), Fabio Ribeiro (gilt als einer der besten Keyboarder des Landes) und die Gebrüder Mariutti (aktiv in Wardeath und der Underground-Überraschung Henceforth). „Ich bin weiß Gott kein Tyrann, der die Peitsche schwingt und Aufgaben verteilt“, lacht Matos, „das Album entstand in Teamarbeit und wir schrieben und arrangierten die Songs alle zusammen. Andre Matos ist eigentlich eher eine Solo-Band, als ein Solo-Projekt und TIME TO BE FREE im Prinzip eine natürliche Entwicklung aus meiner Vergangenheit heraus. Alle Ideen darauf sind frisch, up-to-date und modern.“

Obwohl es sich um eine Solo-Band handelt, und nicht um ein Projekt des Sängers, stand ein neuer Band-Name nie zur Debatte. Aus nachvollziehbaren Gründen. „Ich machte mir Sorgen um die Reaktion der Fans. Stell dir mal vor, ich wäre angekommen und hätte gesagt ’so, das ist jetzt meine neue Band blablabla‘. Die hätten doch sicher gesagt: ‚Ah, OK, und wann wird die sich auflösen?‘ Haha!“

Ein neues Gesicht hat sich indes doch in das starke Line-Up geschlichen: Schlagzeuger Eloy Casagrande ist blutjunge 16 Jahre alt und sammelt Drum-Auszeichnungen wie andere Leute Briefmarken. „Wir hatten so viele Bewerbungen für den Schlagzeug-Posten“, erinnert sich Andre. „Eloy war damals schon sehr bekannt in der brasilianischen Musikszene – eben, weil er so jung und so unglaublich talentiert ist. Er ist auch schon mehrmals im Fernsehen aufgetreten. Erst war ich skeptisch wegen seines Alters, verlor aber jegliche Zweifel, als ich ihn das erste Mal spielen sah.“

Die Rekrutierung für die Andre Matos-Band folgte natürlich umgehend. „Für ihn ist es toll, mit erfahrenen Musikern zusammen zu spielen – für uns ist es interessant, einen Newcomer dabei zu haben, der neue Energie einbringt“, freut sich der Bandchef.

Und auch Jugendschützer müssen sich keine Sorgen machen, dass der Bub vor lauter Sex, Drugs und Rock’n’Roll vom rechten Weg abkommt. „Seine Mutter unterstützt ihn, wo sie nur kann und ist immer dabei.“ Ein spitzbübisches Grinsen blitzt auf. „Aber er wird eh bald 18 sein, dann ist sowieso alles kein Problem mehr.“

 

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