In Istanbul wurden die für den 10. und 11. Februar 2026 angesetzten Konzerte von Slaughter To Prevail sowie Behemoth behördlich abgesagt. Als Begründung führte man an, die Shows hätten gegen den Widerstand der Öffentlichkeit abgesagt werden müssen. Es habe im Vorfeld religiöse Proteste gegeben, heißt es.
Konzerte aufgrund religiösen Drucks abgesagt
Istanbuls Gouverneur Davut Gül äußerte sich am 10. Februar in den Sozialen Medien zu den Absagen. „In Istanbul wurden und werden Aktivitäten, die die Gesellschaft korrumpieren, nie erlaubt“, heißt es in einem entsprechenden Post. In einer offiziellen Pressemitteilung des Gouverneursbüros wurde zudem erklärt, dass die von Behemoth und Slaughter To Prevail geplanten Auftritte im Zorlu Performing Arts Center auf der Turkcell-Bühne aufgrund von massivem öffentlichen Widerstand abgesagt wurden. Gül ist zwar formal parteilos, gilt allerdings als loyal gegenüber der rechtspopulistischen Regierung Erdoğan.
Besagte Pressemitteilung beruft sich auf die Versammlungs- und Demonstrationsfreiheit der Türkischen Verfassung. Man verhängte ein zweitägiges Verbot aller Konzerte, Festivals und Veranstaltungen vom 10. Februar, 00:01 Uhr, bis zum 11. Februar, 23:59 Uhr. Laut der türkischen Nachrichtenagentur Bianet hatte der Sender Akit TV beide Bands zuvor ins Visier genommen und Slaughter To Prevail unter anderem als „Satanisten, die den Glauben junger Menschen rauben“ bezeichnet. Behemoth wurden hingegen als „offensichtlich religionsfeindlich mit ihrer satanischen Kleidung“ tituliert.
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So reagieren Behemoth und Slaughter To Prevail
Behemoth äußerten sich in einem Statement in den Sozialen Medien zu der Absage ihrer Konzerte in Instanbul und Ankara. Slaughter To Prevail-Frontmann Alex Terrible äußerte sich ebenfalls in seinen Instagram-Storys. Darin erklärte er: „Das Konzert in der Türkei wurde abgesagt, weil eine islamische Gruppe massiven Druck auf Teile der Regierung ausgeübt hat und behauptet hat, wir würden satanische Propaganda verbreiten, was absolut nicht stimmt. Ich glaube an Gott. Unser Gitarrist Jack (Simmons – Anm.d.A.) trägt bei seinem Auftritt ein orthodoxes Kreuz auf der Brust. Aber wir können nichts gegen die türkische Regierung unternehmen, wir sind hier Gäste. Daher weiß ich ehrlich gesagt nicht, was ich tun soll. Es ist eine sehr traurige Situation.“
In der jüngeren Vergangenheit kam es aus teils ähnlichen Gründen bereits zu Konzertabsagen in der Türkei. Muse sahen sich gezwungen, aufgrund von politischer Proteste einen für 2025 angesetzten Auftritt zu verschieben. Eine Show des früheren The Smiths-Frontmann Morrissey wurde vergangenes Jahr gecancelt, weil dieser offen seine Unterstützung für Israel kommunizierte. Ex-Take That-Mitglied Robbie Williams konnte zudem nicht auftreten, weil es massive Sicherheitsbedenken gab. Vorausgegangen war in beiden letzteren Fällen politisch motivierte Kritik.
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