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Carnalation: Death Metal Maskenball

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Finnland ist sicherlich für vieles bekannt, aber sicherlich nicht für diesen, eher amerikanisch geprägten Sound. Das macht aber nichts, denn das finnische Quintett kocht seine ganz eigene Kraftbrühe. Arttu Hakanen, Gitarrist von Carnalation, legte den Löffel kurz zur Seite, um METAL HAMMER ein paar Takte zu diktieren.

Arttu, DEATHMASK ist ein Wahnsinnsdebüt. Ich würde es als „Death Grind mit einem modernen Ansatz“ beschreiben. Was hälst du von dieser Einordnung?  

Vielen Dank. Deine Einschätzung fasst sehr gut die Idee zusammen, die wir mit unserer Musik verfolgen.

Direkt nach dem ersten Hören hat mich euer Werk umgehend an Misery Index erinnert. Wahrscheinlich die beste Death Grind-Kapelle dieser Tage. Was meinst du? Hat jene Band einen bestimmten Einfluss auf euch und eure Musik?

Da muss ich dich leider enttäuschen. Ich glaube kaum, dass auch nur einer von uns mit Misery Index’ Musik vertraut ist. Von daher würde ich auch nicht sagen, dass sie irgendeine Art Einfluss auf unseren Sound oder Stil haben. Die Songs, die ich gehört habe, klingen allerdings sehr gut.

Gut, Misery Index fallen also aufgrund von Unkenntnis raus. Welche Bands haben euch denn und euer musikalisches Schaffen nachhaltig geprägt?

Alles, was gut und authentisch ist mit Sicherheit. Bands wie Aborted, Pantera und Rotten Sound beispielsweise, nur um mal ein paar zu nennen.

Lass uns mal euren Bandnamen etwas genauer angucken: Aus meiner Sicht ist „Carnalation“ ein schöner Neologismus. Da das Wort „carnal“ je nach Kontext unterschiedliche Bedeutungen haben kann, was soll „Carnalation“ nun im Endeffekt bedeuten?

Haha, tatsächlich steht keine größere Bedeutung oder eine Aussage hinter diesem Wort. Letztendlich ist es lediglich ein Mix aus zwei Worten – ‘carnal’ und ‘lation’. Eine tiefergehende Bedeutung stand für die Namensgebung für uns jedenfalls nicht im Fokus.

Metal Archives datiert eure Gründung in das Jahr 2008, demnach seid ihr eine noch relativ junge Band. Schaut man sich die Mini-Vita der einzelnen Musiker an, so findet man, dass fast jedes Bandmiglieder in anderen Bands oder Projekten involviert ist. Nichtsdestotrotz gehe ich davon aus, dass Carnalation euer Hauptaugenmerk ist?

In diesem Fall scheint Metal Archives etwas überholt zu sein. Nur Anssi (Rissa, Gitarrist – Anm.d.A.) hat eine andere Band am Start, die ähnlich aktiv ist wie Carnalation. Da die Dinge für uns aber immer größer und mehr werden, kann ich mit Fug und Recht behaupten, dass unser Fokus klar bei Carnalation liegt.

Wie bereits erwähnt seid ihr erst seit 2008 aktiv und DEATHMASK ist euer Debüt, demnach werden nicht so viele Deathbanger euch bereits kennen. Allerdings ist der Name „Peter Tägtgren“ wohl den meisten Metal-Heads ein Begriff. Sowohl als Musiker für Hypocrisy und Pain als auch als erfolgreicher Produzent für unzählige Kombos. Wie seid ihr mit ihm in Kontakt gekommen?

Ein Kumpel von uns ist der Live-Mischer für Peters Bands Pain und Hypocrisy. Als unser Freund hörte, dass wir einen Plattenvertrag mit Spinefarm unterschrieben haben, fragte er uns, ob wir bereits einen Produzenten für die Scheibe hätten. Hatten wir nicht und so spielte er unsere EP DOOMSDAY DIARIES (2010) Peter vor. Dem gefiel wohl, was er hörte und so war die Entscheidungsfindung in diesem Punkt letztendlich ziemlich einfach.  

Ich bin mir nicht zu 100 Prozent sicher, aber es hat den Anschein, dass Peter kaum noch produziert. Jedenfalls konkretisiert sich dieser Eindruck durch das, was wir als METAL HAMMER-Redakteure mitbekommen. Das letzte größere „Projekt“, bei dem er seine Finger im Spiel hatte, war das letzte Immortal-Album ALL SHALL FALL (2009). Hat er den Produzenten-Job übernommen, weil er mal wieder tanken muss oder war der Schnaps alle oder war er wirklich so von eurer musikalischen Vehemenz weggeblasen, dass er unbedingt an DEATHMASK Hand anlegen wollte?

Nun, ich hoffe doch inständig, dass er uns unbedingt produzieren wollte. Ernsthaft: Peter ist ein Profi durch und durch und ich glaube nicht, dass er irgendeine Kackband in seinem Lebenslauf stehen haben will. Es war einfach großartig mit ihm zu arbeiten.

Der eine ist ein Biest an den Knöpfen, der andere hinter den Kesseln. Euer Drummer Henri Yli-Rahko hat’s faustdick hinter den Ohren beziehungsweise im Handgelenk. Was der da zusammen rührt, wird noch so manches Grinsen in die Gesichter der Extreme Metal-Klientel zimmern. In wie weit richtet ihr euer Songwriting darauf aus? Bestärkt in dem Wissen um solch einen starken Drummer, strebt man da noch „sickere“ Arrangements an? So nach dem Motto „gestalte das mal noch derber, der kriegt das schon hin!“

Wir zielen sicherlich nicht auf die ultimative Geschwindigkeit oder die kränksten Parts ab. Henri ist ein unglaublicher Drummer, so dass wir in dem Bereich schon mal keine Limitierungen fürchten oder Abstriche machen müssen. Generell mögen wir es gerne schnell. Und langsam aber auch, haha!

Man möge mich berichtigen, aber wenn ich es richtig sehe, dann habt ihr bis jetzt noch keinen Auftritt in Deutschland absolviert. Wie sieht es generell mit Auftritten außerhalb Finnlands aus?

Nein, bis dato haben wir noch kein Konzert in Deutschland oder außerhalb Finnlands gespielt. Das ist ohne Frage eine unser Hauptziele für die Zukunft. Hoffentlich schaffen wir es bald zu euch nach Deutschland.

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