Toggle menu

Metal Hammer

Search
Exklusives Metallica-Album nur in METAL HAMMER 08/2021

Death Angel + Mercenary + Demolition Live Bericht

von
teilen
twittern
mailen
teilen

Bay Area-Legende Death Angel und Publikumsliebling Mercenary im Doppelpack – das sorgt für ausverkaufte Hütten. Sollte man zumindest meinen. Leider scheint das Wiener Publikum das anders zu sehen, denn mit etwa 150 Besuchern ist der Viper Room maximal zu Dreivierteln gefüllt und selbst in den stärksten Momenten des Abends klaffen besonders im hinteren Teil des Keller-Clubs immer wieder Lücken. Doch das hält die Fans vor der Bühne trotzdem nicht davon ab, die Bands nach allen Regeln der Kunst abzufeiern.

Tour-Support Demolition haben heute Heimspiel und entsprechend eine ordentliche Anzahl an Fans im Schlepptau, die ihre „Wiener Jungs“ von Anfang an kräftig anfeuert. Bald schwitzen Musiker und Wände, während sich die Burschen auf der Bühne mit Jägermeister zuprosten und routiniert eine Death-Thrash-Salve nach der anderen in den Pulk feuern. Hauptohrenmerk liegt auf den Songs des aktuellen Albums RELICT IV, und Bombenteppiche wie ‚Reborn / Re-Failed‘, ‚Over Nails‘ und ‚Holy Hostage‘ hinterlassen besonders schöne Krater im Trommelfell.

Mercenarys kerniger Mix aus Power und Melodic Death Metal lockt im Anschluss noch eine ganze Ecke mehr Feierwütige in die vorderen Reihen, und schon bald passt kein Blatt Papier mehr zwischen Band und Banger. Anfängliche Sound-Probleme wischen die Dänen schnell beiseite und spätestens zum ‚Bloodsong‘ der neuen Platte ARCHITECT OF LIES funktioniert die Mercenary-Maschine reibungslos. Sänger Mikkel Sandager schmettert jede Note leidenschaftlich ins Mikro, schüttelt seinen vor Anstrengung hochroten Raspelkopf und findet zwischen den Songs immer wieder Zeit für einen kurzen Plausch mit dem Publikum, das der unglaublich tight aufspielenden Truppe dankbar aus der Hand frisst. Als echter Glücksgriff präsentiert sich Neu-Basser und Background-Grunzer René Pedersen: In allerbester Rampensaumanier schneidet der glatzköpfige Berserker Grimassen, posed, wütet und schreit. Stark! Zum Hit ’11 Dreams‘, der heute von einem herzergreifenden Piano-Intro eingeleitet wird, mobilisieren alle noch mal die letzten Reserven, bevor Mercenary sich klatschnass aber grinsend und unter großem Jubel verabschieden.

Nach den gefeierten Dänen kann es vor der Bühne eigentlich gar nicht voller werden. Denkste! Kaum preschen Death Angel aufs Parkett, bricht der Wahnsinn los. Hemmungslos fliegen Haare und Extremitäten durch die Gegend. Wer nicht wie ein Schießhund auf sein just erstandenes Kaltgetränk aufpasst, dem kann es passieren, dass selbiges im hohen Bogen davon segelt. Front-Quirl Mark Osegueda bringt es passend auf den Punkt: “Das ist ja wie in den guten alten Zeiten!” brüllt er happy zwischen Songs der neuen Hammerplatte THE KILLING SEASON und Klassikern aus THE ULTRA VIOLENCE– und ACT III-Zeiten, während er eine Flasche mit seinem Lieblingsgetränk schwenkt: Gin. Erstaunlich, wie die Amis, trotz der winzigen Bühne, das komplette Set hindurch in Bewegung bleiben – Rob Cavestany, Ted Aguilar und Denis Pepa fetzen wie die Tiger von links nach rechts und wieder zurück, während es an ein wahres Wunder grenzt, dass Mark nicht ständig mit seinen überlangen Dreadlocks irgendwo hängen bleibt.

Schlag auf Schlag versorgen packende Hymnen wie ‚Lord Of Hate‘, ‚3rd Floor‘, ‚Devil Incarnate‘ und ‚Seemingly Endless Time‘ die durchdrehenden Fans mit immer größeren Adrenalin-Kicks, bis nach gut zwei Stunden der THE ART OF DYING-Thrashalong ‚Thrown To The Wolves‘ das Finale einläutet. Überschwängliche Danksagungen von Osegueda, der mittlerweile strahlt wie ein Kind auf dem Rummelplatz, begleiten das Publikum auf dem Weg in die laue Frühlingsnacht.

Bilder von allen Bands findet ihr oben in der Bildergalerie, alle Setlists weiter unten!

Kathy Schütte

Setlist Death Angel

Lord Of Hate
Evil Priest
Buried Alive
Dethroned
Carnival Justice
Voracious Souls
When Worlds Collide
Soulless
Sonic Beatdown
Seemingly Endless Time
God Vs. God
Devil Incarnate
Steal The Crown
3rd Floor
Kill As One
Resurrection Machine
Thrown To The Wolves

Setlist Mercenary

New Desire
Bloodsong
My Secret Window
Isolation (The Loneliness In December)
Soul Decision
The Endless Fall
11 Dreams

Setlist Demolition

Reborn / Re-Failed
Deconstructed World
The Fortress
Third Of Nine
Over Nails
I Am Terror
Demolition
Betrayer
Holy Hostage

Weitere Live-Berichte:
+ Paganfest: Ensiferum, Korpiklaani, Moonsorrow
+ Ignite + Terror
+ Danko Jones + Grim Skunk

teilen
twittern
mailen
teilen
Joey Jordison: Sinsaenum trauern um Band-Kollegen

Joey Jordisons viel zu frühzeitiges Ableben am 26. Juli 2021 erschüttert die gesamte Metal-Gemeinschaft. Der Musiker, der vornehmlich durch seine Mitgliedschaft bei der weltbekannten Alternative-Gruppe Slipknot bekannt wurde, trug seit 2016 auch einen prägenden Teil zum musikalischen Schaffen von Sinsaenum bei, bei der unter anderen Mayhem-Sänger Attila Csihar und Frédéric Leclercq mitwirken. Dass es sich bei Jordison um einen der außergewöhnlichsten Künstler seiner Art handelte, kann nicht häufig genug erwähnt und wertgeschätzt werden. Nun äußerten sich Sinsaenum öffentlich zum Tod ihres Band-Kollegen. Joey Jordison bleibt unvergessen "Wir sind zutiefst betrübt über den Verlust unseres Freundes und Bruders Joey Jordison. Er…
Weiterlesen
Zur Startseite

3 Monate METAL HAMMER nach Hause

Grafik Abo 3 Ausgaben für 9,95 €