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Der W begibt sich auf die Reise ins Ich

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Wenn Weidner von den Vorbereitungen zur aktuellen CD spricht, leuchten seine Augen. Da erzählt kein Millionär vom sterilen Leben und Musizieren im Elfenbeinturm, sondern ein Musiker schwärmt von Bier- und Schweiß-getränkten Abenden im Proberaum an der Seite seiner neuen Band. Bassist Henning Menke (ebenfalls Jingo De Lunch), Drummer JC Dwyer (ehemals Pro-Pain) und Gitarrist Dirk Czuya haben dem gebürtigen Alsfelder wieder den Spaß zurückgegeben, der ihm im Endstadium der Vorgänger-Band abging. „Dieses gemeinsame Element fehlte bei den Onkelz in den letzten Jahren definitiv“, erinnert er sich. Dieselbe Ansicht vertrat bereits Matthias „Gonzo“ Röhr bei seinem Soloausritt. Es scheint, als hätte sich für die beiden Ex-Kollegen, zumindest aus kreativer Sicht, alles zum Guten gewandelt.

Stephan Weidner konnte zudem mit dem Debüt SCHNELLER, HÖHER, WEIDNER (2008) beweisen, dass er auch als W Charterfolge feiern kann: Satte 21 Wochen gehörte die CD zu den meistverkauften hundert Alben hierzulande und stieß bis auf Platz zwei der Bestenliste vor. „Ich definiere mich als W nicht über den Erfolg“, wirft der Protagonist ein. „Da durfte ich mit den Onkelz ganz andere Dimensionen erleben. Ich kann mit meiner neuen Band endlich wieder zu meinen Wurzeln zurückkehren. Das sind richtige Rocksäue! Es ist zwar schön, alles im Alleingang zu machen, aber irgendwann stößt man an Grenzen. Sich mit anderen Ideen und Geschmacksrichtungen auseinandersetzen zu müssen, erweist sich als sehr bereichernd. Dieses neu entstandene Band-Gefühl ist mein größter persönlicher Gewinn auf dem neuen Album und mir wichtiger als eine Nummer-eins-Platzierung.“

Eins kann man Stephan Weidner mit Sicherheit nicht vorwerfen: Dass er der Versuchung erliegt, sich zurückzulehnen und seine Persönlichkeitsfindung als abgeschlossen zu betrachten. Wer den Werdegang des Hessen verfolgt hat, wird zahlreiche Mutationen finden, die ihn zu dem gemacht haben, was er heute ist: der wohl zufriedenste und umgänglichste Weidner, auf den man jemals traf. Dies schlägt sich auch in den Texten nieder. „Die neue CD besitzt definitiv eine positivere Aura, ist versöhnlicher“, erläutert er. „SCHNELLER, HÖHER, WEIDNER geriet doch eher düster. Mir ist wichtig, dass der Hörer eine gewisse Lockerheit spürt: Ich möchte nicht mehr so verkrampft wie früher klingen, beziehungsweise nicht so anmaßend, als wäre meine Perspektive die einzig richtige.“ Dies aus dem Munde eines der größten Moralisten und Lautsprecher der deutschen Rock-Szene zu hören, verblüfft ein wenig.

Die komplette Geschichte findet ihr in der Januar 2011 Ausgabe, die seit dem 15.12.2010 im Verkauf ist und einzeln und portofrei per Post bestellt werden kann. Hierfür schickt ihr einfach eine Mail mit dem Betreff „Einzelheft Metal Hammer 01/11“ an einzelheft@metal-hammer.de.

Alle Informationen zur Ausgabe findet ihr online in der Heftvorschau.

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Saitenhieb: Was will eigentlich dieses ganze komische Publikum hier?

[Dieser Artikel ist ein Fundstück aus unserem Archiv aus dem September 2010] Liebe Rocker, der Festival-Sommer nähert sich mit großen Schritten. Was in der hart rockenden Gemeinschaft in zunehmendem Maße eine Frage aufwirft: "Was will eigentlich dieses ganze komische Publikum hier?" Ein nicht ungewöhnliches Szenario sieht so aus: Man steht nach Stunden brütender Hitze endlich an der optimalen Position zwischen Getränkeversorgung, Bühne und Abort, das Intro der Band, die alle Strapazen wert ist, erklingt, und dann... nimmt der Typ im schlechten Bootleg-Shirt vor uns seine (in der Regel) weibliche Begleitung auf die Schultern. Meistens, weil sie den Sänger so niedlich…
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