Faith No More gingen vor zehn Jahren letztmals auf Tour. Seitdem liegt die Band brach. Anzeichen eines möglichen Comebacks gibt es bisher nicht und vieles deutet darauf hin, dass Faith No More vielleicht nie wieder eine Bühne betreten. Im Interview mit Kyle Meredith sprach Frontmann Mike Patton nun über das mutmaßliche Schlusskapitel seiner Band – und erklärt die Hintergründe des leisen Rückzugs.
Faith No More: Abschied ohne Abschied?
„Damals habe ich das nicht so empfunden, aber ja, vielleicht. Ich glaube, wir haben es alle irgendwie gespürt, aber es war unausgesprochen. Und es ist komisch: Wenn man eine Zeit lang in einer Band oder einem musikalischen Umfeld ist, denkt man im Hinterkopf immer irgendwie: ,Na ja, vielleicht war’s das jetzt.‘ Und ich finde dieses Gefühl nicht schlimm“, sagte Patton. „Ich sehe es nicht als etwas Trauriges. Ich sehe es als etwas, das präsent ist und das man wirklich genießen kann, solange es passiert.
Ich hatte das Konzept eines Nebenprojekts nie wirklich verstanden, und das musste ich mir sehr früh klarmachen. Die Voraussetzung dafür ist die Existenz eines Hauptprojekts. Und ich hatte eigentlich nie eines. Es gab Projekte wie Faith No More, in die ich mehr Zeit investiert habe, was Tourneen und Promotion angeht. Aber alles, was ich gemacht habe, war mir gleich wichtig. Nur wurde das nicht so gesehen. Und die Öffentlichkeit braucht, aus irgendeinem Grund, eine Art Hierarchie, um sich damit wohler zu fühlen, nehme ich an. Ich weiß es nicht.“
Faith No More haben seit 2016 kein Konzert mehr gegeben. Die Band fand sich 2009 für eine Reunion zusammen, zwölf Jahre nach ihrem letzten Studioalbum ALBUM OF THE YEAR (1997). 2015 veröffentlichte sie das Album SOL INVICTUS.
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