Toggle menu

Metal Hammer

Search

Gluecifer: Bock auf Rock

von
teilen
mailen
teilen

Das komplette Interview mit Gluecifer findet ihr in der METAL HAMMER-Februarausgabe 2026, erhältlich am Kiosk oder indem ihr das Heft bequem nach Hause bestellt. Noch einfacher und günstiger geht’s im Abo!

Die Reifeprüfung

„Die Devise war, Songs aufzunehmen, die man auch gut auf der Bühne bringen kann und die live gut klingen. Wir sind alte Kumpel. Dass wir uns nach über zehn Jahren wieder zusammengefunden haben, war schon ein emotionales Ereignis. Wir haben alle wieder Spaß zusammen, auch außerhalb der Band. Und ich liebe einfach, wie gut diese Band immer noch klingt“, freut sich der Frontmann. Eine spannende Begleit­erscheinung ist zudem, dass auch den alten Stücken unbewusst neues Leben eingehaucht wurde.

Eine Erfahrung, die Gluecifer mit ihren Busenfreunden Hellacopters teilen. „Bei einer gemeinsamen Show sprach ich mit Robban (Matz Robert Eriksson, Hellacopters-Drummer – Anm.d.A.) darüber, dass deren alte Songs, die ich bestimmt alle schon 50-mal live gehört habe, heute sogar noch besser klingen. Ich fragte ihn, woran das liegt. Er entgegnete, dass sie in den alten Stücken neues Potenzial freischalten konnten, welches mehr Spielerfahrung und gesteigerte Musikalität erforderte. Fähigkeiten, die damals noch nicht vorhanden waren. Früher ging es um die Energie, immer volle Kraft voraus. Was cool ist – und für uns genauso galt. Aber auch wir können unsere alten Stücke erst heute so spielen, wie es uns damals vorschwebte, wozu wir aber technisch noch nicht in der Lage waren.“

Wozu Biff Malibu davon abgesehen schon immer in der Lage war, ist das Verfassen verdammt cleverer Texte. Lyrics, die von den üblichen Rock-Klischees weit entfernt sind und eine narrative Assoziationsqualität haben, die sie in die Nähe von Kurzgeschichten oder -filmen rückt. „Auf den Text zu ‘Mind Control’ bin ich besonders stolz“, freut sich der singende Wortschmied dann auch, nach seinem aktuellen Lieblingstext gefragt. „Es geht um diese New Age-Dinge und alternative Lebensstile. Die Sozialen Medien haben diese Ideen nur noch weiter popularisiert, und sie sind inzwischen mehr Mainstream denn je.

Komplett unironisch

Die Leute haben allerhand verrückte Ideen. Wie etwa diesen Trend, dass man sich den Mund mit Klebeband verschließen und nur noch durch die Nase atmen soll, weil es gesünder sei. Oder all diese Anti-Impfer. Der Song ist von einem Artikel über einen Typen inspiriert, der in den Wald gezogen ist und dort nur noch atmet und Bäume umarmt“, offenbart Biff. „‘I’m Ready’ wiederum ist ein sehr melodischer, eingängiger Song, der textlich einfach ein Liebeslied ist. Komplett unironisch. So etwas habe ich zuvor noch nie geschrieben. Aber mit 56 bin ich wohl inzwischen mehr im Einklang mit meinen Emotionen“, lacht Mister Malibu. Eine Nummer wie ‘1996’ hingegen dreht das Rad der Zeit bewusst deutlich weiter zurück.

„Gluecifer haben sich 1994 gegründet. Unsere erste Single hatte eine B-Seite namens ‘1994’. Dann gibt es auch noch diesen frühen Hellacopters-Song ‘1995’. Also ging ich auf 1996. Im Jahr 1996 hatten wir alle noch keine Handys, sondern diese Pager. Wir waren alle gerade bei unseren Eltern ausgezogen und lebten in einem heruntergekommenen Haus. Arne hatte diese Masche, bei der er sich im Versandhandel Dinge an unterschiedliche Briefkästen hat liefern lassen. Kleinkrimineller Krimskrams. Er hat auf diese Weise dann eine Uhr oder ein Gewürzregal (wie in besagtem Song benannt – Anm.d.A.) abgestaubt“, grinst der Sänger. „Musikalisch ist ‘1996’ ein Boogie, der mich zunächst an die amerikanische Garagen-Rock-Band The Devil Dogs erinnert hat, die Mitte der Neunziger angesagt war.

Nostalgiefaktor

Als wir dann aufnahmen, hörte ich viel The Bellrays – eine fantastische Band. So kam noch der Soul-Gesang-Faktor dazu.“ Bezüglich der Nostalgiefaktorfrage und dem, was Biff von diesen Band-Anfangstagen heute womöglich am stärksten vermisst, hat der Sänger eine klare Antwort parat: „Natürlich war früher alles sehr spaßig. Aber auch auf die Gefahr, dass es etwas hochgestochen klingen mag, sehe ich die Sache inzwischen so: Damals war die Tatsache, dass man in einer Band spielt, das zentrale und wichtigste Ding. Man hat es einfach geliebt, in einer Band zu sein. Heute – und da spreche ich wohl auch für die anderen – ist es eher so, dass wir es alle lieben, weiterhin Rock-Musik machen zu können.“

Mit welchen Jobs sich Biff Malibu seit dem letzten Album die Zeit vertrieb, was für die Rückkehr alles geklärt werden musste und warum Manx nicht mehr dabei ist, lest ihr in der METAL HAMMER-Februarausgabe 2026, erhältlich am Kiosk oder indem ihr das Heft bequem nach Hause bestellt. Noch einfacher und günstiger geht’s im Abo!

***
Keine METAL HAMMER-Ausgabe verpassen, aber nicht zum Kiosk müssen: 3 Hefte zum Sonderpreis im Spezial-Abo für nur 9,95 €: www.musik-magazine.de/metal-hammer

Ladet euch die aktuelle Ausgabe ganz einfach als PDF herunter: www.metal-hammer.de/epaper

Du willst METAL HAMMER lesen, aber kein Abo abschließen? Kein Problem! Die aktuelle Ausgabe portofrei nach Hause bestellen: www.musik-magazine.de/metal-hammer-kat/shop
***

Bestens informiert über dieses und alle weiteren wichtigen Themen im Metal bleibt ihr außerdem mit unserem Newsletter. Einmal pro Woche flattert euch übersichtlich sortiert ein Update ins Postfach. Einfach anmelden, damit euch auch sicher nichts entgeht.

Frank Thießies schreibt freiberuflich unter anderem für METAL HAMMER. Weitere Artikel und das Autorenprofil gibt es hier.

teilen
mailen
teilen
Die Metal-Alben der Woche vom 16.01. mit Kreator, Soen, Gluecifer u.a.

Kreator KRUSHERS OF THE WORLD Kommentare der METAL HAMMER-Redaktion zum Album des Monats 01/2026. Kreator sind Kreator sind Kreator. Was diese Band in den letzten Jahrzehnten an starken Alben raushaut, geht auf keine Kuhhaut mehr. Die Mischung von Frontmann Milles Thrash-Wurzeln und den melodischen Einsprengseln von Gitarrist Sami Yli-Sirniö ist eine unschlagbare Kombination, die nicht langweilig wird. Klar, der grundsätzliche Ansatz hat sich seit Jahren nur in Nuancen geändert, aber am Ende zählt auf dem Platz. Marc Halupczok (6 Punkte) Mag sein, dass manch ein Fan der ersten Stunde die ruppigen Thrash Metal-Attacken der frühen Kreator-Scheiben vermisst, aber für mich…
Weiterlesen
Zur Startseite