Hail Of Bullets Track by Track zu …OF FROST AND WAR

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Das säbelrasselnde Konzept hinter dem Debüt …OF FROST AND WAR erklärt er jetzt Song für Song.

Der zweite Weltkrieg und der deutsche Feldzug gegen Russland – eingepackt in schwer groovenden, traditionellen Death Metal.

Before The Storm

Es musste ein Intro kommen. Ed hatte die Idee, diese tragischen, melancholischen Töne aus „Inferno at the Carpathian Mountains“ und dann einen langsam rollenden Panzer und die drohende Akkorde von Ordered Eastward zu kombinieren. Die Stille vor den Sturm.

So war es tatsächlich in Polen, in der Nacht vor die Offensive. Als ob alle das nahende Inferno spürten. Auch Soldaten sollen gemerkt haben, dass die Natur kein Geräusch mehr machte.

Das passte perfekt zum folgenden Song, in dem es dann richtig losgeht. Es kommt etwas gewaltiges, brutales.

Ordered Eastward

Die deutsche Kriegsmaschine überrolt gnadenlos die schlecht ausgerüstete, hungernde und nichts vermutende Rote Armee. Hölle auf Erden. Bis kurz vor Moskau gab es kaum Widerstand und die Wehrmacht hatte leichtes Spiel mit ihren modernen Waffen.

Der Anfang vom „Unternehmen Barbarossa“.

Der Song selber ist schnell und voller Wucht, so wie der Angriff. Ein schleppender Mittelpart und dann zurück zur Anfangsgeschwindigkeit. Pauls Komposition und auch unser erster fertiger Song.

The Lake Ladoga Massacre

Langsamer Anfang, aufrückende Truppen. Statt Leningrad zu erobern, kommt der Befehl, es zu belagern. Die Bevölkerung sollte ausgehungert werden.

Eine der grössten Tragödien des Zweiten Weltkriegs. 900 Tage dauerte die Umklammerung und mehr als eine Million Zivilisten verhungerten.

Als der Ladogasee zugefroren war, konnten die Russen noch einige Lebensmittel in die Stadt bringen, doch nur mit hohen Verlusten.

Der Rest des Stücks wirkt aggressiv, passt aber trotzdem zum Elend der Leningrader Bevoelkerung.

General Winter

Überall Schlamm, überall Winter. Beides geheime Verbündete der Russen, womit die Deutschen nicht gerechnet hatten. Der Vormarsch stoppt, die Russen schlagen zurück.

Moskau ist gerettet und viele deutsche Soldaten sterben durch Hunger, Erfrierungen, Erschöpfung und Krankheiten. Sie müssen zurück und warten auf den Sommer. Sie waren nicht gerüstet für den der unheimlich starken Frost.

Eine fette Death Metal Bombe aus Eds Feder.

Advancing Once More

Aggressives Teil über die neue Sommer-Offensive der Wehrmacht, die in Richting Kaukasus ging. Die Russen ziehen sich taktisch zurück und vernichten ihre Ölreserven und Installationen.

Einer der wenigen Tracks mit einem richtigen Chorus.

Red Wolves Of Stalin

Uptempo-Nummer über die Partisanen. Viele Russen schlossen sich ihnen an, als hinter der Front SS und Einsatzgruppen die Soviet Union plünderten und ganze Dörfer vernichteten. Zuerst war die Bevölkerung noch auf der Seite der Deutschen, denn die Menschen hatten unter Stalin schwer zu leiden, doch dann kam es noch schlimmer, mit systematischer Ausrottung und Versklavung. Also flüchteten sie in die Wälder und begannen, die Deutschen anzugreifen, Material zu vernichten und zu sabotieren.

Nachthexen

Es gab bei den Russen eine komplett weibliche Fliegerstaffel. Auch das Bodenpersonal bestand ausschliesslich aus Frauen. Die Deutschen fürchteten diese Frauen und nannten sie Nachthexen.

The Crucial Offensive

Operation Uranus. Ein purer, schneller Death Metal Polka (so nennen wir das schnelle alte Old School Tempo). Er beschreibt den Wendepunkt des Krieges.

Die gewaltige russische Offensive gegen die 6. Armee bei Stalingrad. Aus drei Richtungen kamen sie und umklammerten die 330.000 Deutschen und ihre Verbündeten. Hätte die 62. von Tschukow nicht durchgehalten, hätte diese Operation nie stattgefunden. Das Ende des Dritten Reiches, vertont in einem massiven Stück Todesblei

Stalingrad

Der Kessel. Das blutende eiternde Herz Das langsame Sterben der 6. Armee, verraten von Hitler, NSDAP, Bonzen und Generälen. Zu propagandistischen Zwecken missbraucht, um den “Heldentod” zu sterben.

Verhungert, verreckt, erfroren. In minus 40 bis 50 Grad wurden sie sogar zu Kannibalen und fraßen die eigenen Kameraden. Man muss dazu sagen, dass natürlich nicht nur die Deutschen so gelitten haben. Vor allem die Russen haben während dieses Weltkriegs Furchtbares erlebt.

Viele Rotarmisten wurden gezwungen, nach vorne zu stürmen – die NKPD Kommissare standen mit gezogenen Pistolen hinter ihnen. Entweder feindliches oder eigenes Feuer standen zur Wahl.

Stalingrad verkörpert die Bestie Krieg in seiner grausamster Form. Der Song ist ein ultra-schweres Death Metal Stück. Ich wollte schon immer einen Song mit diesem Titel schreiben und Ed hat mir zum Glück die Musik dazu geliefert. Es ist mein Lieblingssong auf der Scheibe.

Insanity Commands

Sehr atmospherischer Song. Er hat etwas Wahnsinniges in sich, weswegen ich später der Titel geändert habe. Es geht um die Generäle, die ohne nachzudenken stumpfsinnig Befehle durchführten. Egal, wie viele starben. Der Wahnsin befiehlt. Man konnte das Schlachten stoppen – hat es aber nicht getan.

Ich mag der Chorus besonders. Er kommt sehr verzweifelt rüber

Inferno At The Carpathian Mountains

Brachial, chaotisch und mördererisch hart. Einer meiner Faves. Die einzige Komposition von Stephan auf dieser Scheibe, aber auch der brutalste Song, finde ich.

Ein vergessenes Kapitel aus der Ostfrontgeschichte. Die chaotische Flucht der Wehrmacht über die Karpaten. Tausende starben und schaften es nicht bis in die Heimat.

Berlin

Das Ende. Was könnte man sonst mit dieser Hymne machen, als sie zuletzt in das Konzept einpassen? Ich hörte die Musik, bekam eine Gänsehaut und sah Berlin vor mir. Es sollte das Endstück sein – und dass ist es dann auch geworden.

Für den Text war nicht viel Platz in dem Ding, aber man braucht wenig Worte, um das Ende zu beschreiben.

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