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Tesla gehen aus Geldgründen lieber auf Tour als ins Studio

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Oft entsteht der Eindruck, Rock-Musiker würden ein reiches, glamouröses Leben führen. Für einige mag das tatsächlich der Fall sein, aber Brian Wheat von den Hard-Rockern Tesla zählt sich nicht dazu. Im Interview mit Charlie Kendall’s Metalshop erklärt der Bassist, wie sich die Band ihr Geld hart erarbeitet und warum eigene neue Alben nicht dazugehören.

Bewusster spielen

Zunächst erzählt er, wie sich Tesla-Konzerte über die Jahre verändert haben: „Auf der Höhe unserer Karriere, als alles rundlief, hatten wir Multiplatinalben, MTV und große Radiopräsenz. Das war circa 1991 oder ’92, als wir das Album PSYCHOTIC SUPPER veröffentlichten. 

Wir spielten damals zweieinhalbstündige Konzerte. Jetzt spielen wir einhundert Minuten. Dazu trägt auch bei, dass Jeffs (Keith, Sänger – Anm.d.Red.) Stimme noch in solch guter Form ist. Er hat viele Jahre lang in den höchsten Lagen gesungen. Das Set zu verkürzen und nicht fünf Abende hintereinander zu spielen – all diese kleinen, bewussten Veränderungen erlauben es uns, 41 Jahre später noch immer zu spielen“, erklärt der Bassist.

Geldfragen

Wheat führt außerdem aus, warum Tesla kein vollständiges eigenes Album veröffentlichen. Stattdessen erscheint am 17. Juli ihr Cover-Album HOMAGE. Er meint: „Es braucht viel Zeit, ein Album zu machen. Das ist viel Zeit, die wir nicht auf Tournee sind. Viele Leute verstehen gar nicht, dass Tesla nicht reich sind. Wir verdienen unser Geld, wenn wir spielen, weil wir weiter zur Arbeit gehen müssen. Wir haben nicht genug Geld, um einfach damit aufzuhören. 

Dafür ist die Band nicht groß genug, und das waren wir auch nie. Wir waren nie so groß wie Def Leppard, Mötley Crüe, Metallica oder Guns N‘ Roses. Wir sind eine Größe kleiner. Ich nenne sie immer die A-Bands, und wir sind eine B-Band. Wir müssen uns unseren Lebensunterhalt noch verdienen“, erzählt der Musiker.

Prioritäten setzen

Außerdem beklagt er die prekären Zustände auf dem Musikmarkt: „Ehrlicherweise kaufen die Leute keine Alben mehr wie früher. Bei Spotify bekommt man miese Vergütungen, und beim Radio bekommt man vier Cent pro Ausstrahlung. Wenn ich mir das also strategisch anschaue, weil ich Tesla schon seit zwanzig Jahren manage, frage ich mich, was die Prioritäten sind. Und es läuft darauf hinaus, dass uns die Leute live sehen wollen. 

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Jeffs Stimme ist noch gut. Wollen wir ihr wirklich im Studio zwei Jahre nehmen, die er eigentlich hätte singen können? Wenn die Stimme geht, geht sie ohne Vorwarnung. Wir veröffentlichen immer mal wieder einzelne neue Songs und auch diese HOMAGE-Sache. Das sollte ursprünglich eine EP sein, wurde dann aber zum Album. Die Aufnahmen fressen letztendlich weniger Zeit. Viel mehr ist es das Schreiben“, erklärt Wheat.


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