Am 11. Oktober 2025 starb der einstige Lostprophets-Sänger Ian Watkins nach einer tödlichen Attacke im Gefängnis (Originalmeldung vom 12. Oktober). Watkins verbüßte seit 2013 eine mehrjährige Haftstrafe im Hochsicherheitsgefängnis HMP Wakefield wegen mehrerer Fälle des Kindesmissbrauchs. Bereits 2023 wurde der reuelose Kinderschänder von Mithäftlingen als Geisel gehalten und mit einer angespitzten Toilettenbürste schwer verletzt.
Den letzten Angriff sollte Ian Watkins nicht überleben. Kurz nach der Tat wurden zwei Mithäftlinge des Mordes angeklagt. Derzeit läuft in Leeds der Prozess, in dem der 29-jährige Rico Gedel angeklagt ist, den Angriff verübt zu haben, während ein Mithäftling – der 44-jährige Samuel Dodsworth – die Tatwaffe mutmaßlich beseitigt hat. Im bisherigen Verlauf des Verfahrens wurde dem Gericht eine Chronologie der Ereignisse dargelegt.
Ablauf der Tat
Überwachungsaufnahmen zeigen, wie Gedel kurz vor 9:20 Uhr Watkins’ Zelle betrat und diese 20 Sekunden später wieder verließ, bevor er auf Dodsworth zuging und ihm etwas übergab. Dieser warf einen Blick auf den Gegenstand und steckte ihn in seine Hose. Kurz darauf zeigen die Aufnahmen, wie Watkins blutüberströmt und mit einer sichtbaren Halswunde aus seiner Zelle trat.
Zwei Wartungsarbeiter entdeckten den einstigen Sänger und riefen um Hilfe, woraufhin drei Justizvollzugsbeamte zur Unterstützung herbeieilten. Watkins sei schließlich auf seinem Bett zusammengebrochen und habe das Bewusstsein verloren. Alle Wiederbelebungsversuche schlugen fehl, und kurz vor 10:15 Uhr wurde Ian Watkins für tot erklärt. Die Anklage geht von einer geplanten und gemeinschaftlich koordinierten Tat aus.
Aussagen
Laut The Guardian ging aus Zeugenaussagen hervor, dass sich Gedel im Anschluss gegenüber Wärtern angeblich damit gebrüstet hatte, sie „könnten es gerade mit einer berühmten Person zu tun haben“. Weiterhin sei Gedel nach dem Vorfall geradezu gut gelaunt gewesen und soll „Schlaf gut, Watkins“ gesagt haben, als er abgeführt wurde und dabei Watkins‘ Zelle passierte. Auch soll Gott ihm die Tat befohlen haben.
Die BBC ergänzt, dass die Staatsanwaltschaft später mitteilte, Gedel habe einem Justizvollzugsbeamten gegenüber geäußert: „Wenn ich schon lebenslänglich wegen Mordes absitzen muss, dann sorge ich dafür, dass es sich auch gelohnt hat.“ Dodsworth soll unterdessen als Wachposten fungiert haben. Die beiden Angeklagten bestreiten die Tat jetzt – und vor allem den Vorsatz. Die Beweislast ist jedoch erdrückend, da mehrere schriftliche Drohungen in Watkins‘ Zelle gefunden wurden und die Aufnahmen ein ziemlich eindeutiges Bild zeichnen. Der Prozess dauert weiterhin an.
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