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Im Pit bei: Cryptex in Braunschweig

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„Alive and Kickin’“, so das ausgegebene Motto, hätte nicht zutreffender gewählt werden können. Lange Zeit war es ruhig um Cryptex aus dem Hannoveraner Raum geworden, nachdem der zweite Teil ihrer erfolgreichen Madeleine Effect-Tour Ende 2015 aus gesundheitlichen Gründen des Sängers und Chefdenkers Simon Moskon abgesagt werden musste.

Dann die die ersten Lebenszeichen im Jahre 2016 mit Festivalauftritten auf den MetalDays in Slowenien und in der Balver Höhle vor ausverkaufter Kulisse auf dem German Kultrock Festival. Nun also wollen Cryptex daran anschließen und auf intimeren Bühnen klarmachen, dass mit ihnen wieder zu rechnen ist. Und so viel sei vorweggenommen: Das gelingt ihnen am heutigen Freitagabend im alternativ angehauchten Tegtmeyer in Braunschweig, auch wenn der Club nur luftig gefüllt ist.

Cryptex im Tegtmeyer, in Braunschweig

Cryptex machen keinen Unterschied, ob sie vor Tausenden von Leuten oder nur einem Bruchteil davon auftreten. Und doch sind sie gewissermaßen von ihrem Publikum abhängig. Denn: Ein Abend mit Cryptex wird in starkem Maße von der Interaktion mit den Zuschauern geprägt. Eine Band, die das Partizipationsprinzip lebt und verinnerlicht hat wie man es nur noch selten erlebt.

Während beim cineastischen Einstieg ‘The Knowledge Of Being‘ noch gebannt der eindrucksvollen musikalischen Bandbreite zwischen folkigen Jethro Tull-Klängen gepaart mit Queen’scher Theatralik gelauscht wird, ist es bei den folgenden, deutlich ungestümeren Songs wie ‘Leviathan‘ oder ‘Dance Of The Strange Folk‘ das Publikum aktiv gefordert. Mit klassischen Mitsingpassagen, Klatscheinlagen, menschlichen Metronom-Versuchen und kleinen, aber höchst effektiv platzierten Led Zeppelin- und UFO-Coverratespielen für Anfänger, werden alle Register gezogen, die die Grenze zwischen Band und Zuschauer verschwimmen lassen. Vom 16-jährigen Teen bis zum alt eingesessenen Kuttenträger werden hier alle bereits nach kurzer Aufwärmphase abgeholt und bestens unterhalten.

Song-Highlights

Hinzu kommt die über jeden Zweifel erhabene Musikalität des multiinstrumentalen Gespanns. Seien es der mehrstimmige Gesang, die flirrenden Gitarrensoli, das präzise Schlagzeugspiel oder die songdienlichen Basslines – mit Andre Mertens, Simon Schröder und Marc Andrejkovits stehen neben dem charismatischen Sänger eben auch drei studierte Musiker auf der Bühne, die ihr Handwerk beherrschen und mit weiteren Song-Highlights wie dem epischen ‘When The Flood Begins‘, dem schwer stampfenden ‘New York Foxy‘ oder der schmachtenden Ballade ‘Release My Body‘ dieses eindrucksvoll zur Schau stellen und durch den Abend führen.


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