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METAL HAMMER PODCAST Folge 1 mit Doro Pesch https://www.metal-hammer.de/wp-content/uploads/2020/11/27/09/mh-podcast-beitragsbanner.gif

Im Traumpit bei: Dredg

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Es ist keine ganz neue, aber dennoch eine schöne Idee: Auf ihrer Frühlingstour spielt die amerikanische Alternative Rock-Band Dredg ihre zwei besten Alben EL CIELO (2002) und CATCH WITHOUT ARMS (2005) in voller Länge, einige Städte kommen sogar in den Genuss beider Werke. Berlin hat das Glück und darf sich auf einen Konzertabend der Extraklasse freuen, der dem Kesselhaus von Beginn an volles Haus beschert.

Also Teppich auf der Bühne ausgerollt und hinein ins Vergnügen! Ohne Vorband eröffnen Dredg unter dem Jubel des Publikums mit der Soundkulisse des EL CIELO-Openers und machen schnell deutlich, dass sie sich ganz auf das Wesentliche konzentrieren werden: Ohne Banner oder große Bühnendekoration, mit nur spärlicher Beleuchtung und wenig Ansagen verzaubern der emotional agierende (wenn auch etwas gealterte) Gavin Hayes und seine drei Mitstreiter das mit den ersten Soundwellen wohlig dahinwogende Berlin; traumhafte Stücke wie ‘Same Ol‘ Road’ und ‘Δ (Triangle)’, das fetzig gezockte ‘Convalescent’ und progressivere Tracks wie ’Eighteen People Living In Harmony’ begeistern die teils weit gereiste Menge spürbar und entlocken ihr nicht nur tosenden Applaus und „We Love You“-Rufe, sondern auch den ein oder anderen mitgesungenen Ton.

Nach dem Abschluss von EL CIELO mit dem mächtigen ‘The Canyon Behind Her’ legen Dredg noch die beiden Zugaben ‘Pariah’ und ‘ Movement V: 90 Hour Sleep’ nach und verschwinden zur Pause hinter die Bühne – Hayes sprintet davor jedoch noch kurz durch den Fotograben und verabschiedet die erste Reihe persönlich. Teil eins der Show kann als voller Erfolg verbucht werden.

Was dann passiert, trübt den Abend leider ein wenig: Aus organisatorischen Gründen müssen alle Besucher das Kesselhaus verlassen und in der kühlen Mainacht ausharren. Hintergrund der Aktion: Die Tickets für beide Gigs konnten nicht nur in Kombination, sondern auch einzeln erworben werden. Dadurch wird eine erneute Einlasskontrolle nötig, die nach einer halben Stunde Wartezeit erfolgt.

Endlich wieder im Innenraum angekommen muss eine weitere halbe Stunde mit extrem teurem Bier und einem Blick in die Runde überbrückt werden: Im Publikum lässt sich der ein oder andere Metaller ausmachen, ansonsten mischen sich Herrschaften mittleren Alters mit sehr jungen Fans, die die ersten Reihen belagern. Überhaupt ist es noch einmal voller geworden, als Dredg erneut die Bühne betreten und mit dem packenden Dreier ‘Ode To The Sun’, ‘Bug Eyes’ und ‘Catch Without Arms’ die Wohlfühlatmosphäre wieder herstellen.

EL CIELO war toll, doch CATCH WITHOUT ARMS scheint noch mehr Fans zum Mitsingen und exzessiven Headbangen zu animieren, sodass zu Beginn des zweiten Sets eine perfekte, intensive Konzertstimmung zustande kommt, die Band und Publikum zu einem harmonischen Ganzen verschmelzen lässt. Angesichts der überschäumenden Reaktionen nach dem hart rockenden ‘The Tanbark Is Hot Lava’ zeigt sich sogar – trotz diverser technischer Probleme aufgrund gerissener Saiten – ein verhaltenes Lächeln in den Gesichtern der introvertierten Musiker, die an diesem Abend aber mit unbestreitbarer Motivation und Spaß agieren.

Während die Saitenfraktion solide zurückhaltend an ihren Riffs ackert, bombardiert Keyboarder/ Drummer Dino Campanella die Fanschar mit abgespielten Drumsticks und punktet auch sonst mit hohem Unterhaltungswert (nicht zuletzt beim dröhnenden Gelächter nach ‘Sang Real’). Nach ‘Matroshka (The Ornament)’ und ‘Uplifting News’ bieten Dredg noch ‘Lightswitch’, ‘Down To The Cellar’ und ‘ Cartoon Showroom’ als Zugabe nach CATCH WITHOUT ARMS dar, das Publikum wirkt jedoch schon ziemlich müde und nach über 30 Songs mehr als bedient.

Dennoch will der Applaus kein Ende nehmen, als Hayes schließlich das Ende verkündet, Dredg unter Jubelrufen die Bühne verlassen und ihre euphorisch bis emotional regierenden Fans nach diesem – von organisatorischen Problemen abgesehen – gelungenen Abend zurücklassen.

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