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Massenmörder und Metal-Fan habe angeblich Leichenlager im Garten

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Die Geschichte ist so fies, dass sie fast real sein könnte: In San Diego, Kalifornien, sollen die Behörden nach einem anonymen Tipp in einem Hinterhof-Garten die Gräber diverser Leichen gefunden haben. Es wurden mehr und mehr Körper, die von der Polizei ausgegraben wurden.

Nachbarn werden im Bericht zitiert, dass der Garten-Besitzer sehr viel Zeit damit verbracht habe, in diesem Garten Gemüse anzupflanzen – über den angeblichen Gräbern – und dabei Metal zu hören. Es sei sogar das aktuelle Cattle Decapitation Album dort gefunden worden, die Band aber zu keinem Statement bereit gewesen.

Final wird der Bericht mit einem Video unterfüttert, das angeblich bei Channel 12 ausgestrahlt worden sei.

Allmählich macht sich die Geschichte im Internet breit – auch wenn überall nur auf die eine Quelle verlinkt wird: The Gauntlet. Kein ernsthafter Nachrichten-Kanal berichtet darüber, die Cattle Decapitation CD wird im Artikel gleich zum Kauf verlinkt, das angebliche News-Video ist ziemlich dilettantisch gemacht und die angeblich nicht aussagebereiten Cattle Decapitation verlinken selber kommentarlos auf den „Bericht“. Ganz nebenbei kommen die überzeugten Vegetarier und für ihre derben Texte und Cover bekannten Cattle Decapitation selber auch aus San Diego.

Handelt es sich bei der Aktion nun aber um eine zwar perfide aber innovative Marketing-Kampagne für das schon länger erhältliche Album THE HARVEST FLOOR, (hier die Rezension) und die inhatlichen Überzeugungen der Band, oder ist es schlicht eine Geschmacklosigkeit in Zeiten von perversen Entführungsfällen, Schulmassakern und dem immer noch oft in die Opferrolle gedrängten Heavy Metal bei der oberflächlichen Ursachenforschung?

Wo hören Kampagnen, Marketing und Unterhaltung auf, wo wird die Grenze des Geschmacks endgültig überschritten? Geht die Aktion – die scheinbar von manchen Leuten im Internet geglaubt wird – zu weit? Und wenn die als real verkaufte Geschichte wirklich rein zielgerichtet und konstruiert ist, wo bleibt dann die journalistische Distanz?

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