Toggle menu

Metal Hammer

Search

Mina Caputo wütet über Engstirnigkeit und dominierende Phallussymbole

von
teilen
mailen
teilen

Life Of Agony-Sängerin Mina Caputo musste sich offenbar dringend Luft verschaffen. In einem Interview mit Joel Gausten ließ sich Caputo ausführlich über den aktuellen Stand der Menschheit gegenüber Trans- und Homosexuellen aus.

„Als ich in den 1980ern aufgewachsen bin, war durchaus schon bekannt, dass es nicht nur Mann und Frau gibt, sondern auch etwas dazwischen. Es existieren jede Menge Varianten menschlichen Lebens, genauso wie auch Hunderttausende Pflanzen- oder Tierarten. Menschen sind nicht nur Mann oder Frau, so funktioniert das nicht – seid offener!“

Die Menschheit sei zwar auf einem guten Weg, so Caputo, aber trotzdem achten noch zu viele Leute eher darauf, was andere über sie denken anstatt ihr Leben danach zu richten, was in ihnen selbst verborgen liegt. „Veränderungen beginnen aus einem selbst heraus. Ich wollte mehr Leute wie mich auf der Welt sehen, also präsentierte ich mein wahres Wesen der Öffentlichkeit.“

„Mein Opa hätte mich erschossen“

Kirchen und Religionen bekämpfen zwar weiterhin alles Natürliche, erklärt Caputo weiter, aber immerhin sind wir aktuell deutlich weiter als noch in den Siebzigern und Achtzigern des letzten Jahrhunderts: „Meine Oma wusste zwar Bescheid, aber mein Opa hätte mich erschossen. Ehrlich. Er war ein homophober Rassist, der seine eigene Frau und mich immer wieder verprügelt hat.“

Empfehlungen der Redaktion
Nach Manchester-Anschlag: Life Of Agony-Drummer irritiert mit rechtspopulistischem Statement
Dennoch gebe es noch viel zu tun: „Die Leute haben keine Angst mehr vor Transgendern, eher vor sich selbst. Sie können sich nicht im Spiegel anschauen, mögen weder ihre Körper, Gefühle oder Geschlechter… Transsexuelle und Homosexuelle sind die kreativsten, offensten, sentimentalsten, liebendsten und mitfühlendsten Menschen der Welt!

Und dann schau dir all diese Arschlöcher an, die überall Regularien und Gesetze darüber aufstellen wollen, dass Transsexuelle und Schwule etwas Unnatürliches seien und verboten werden müssten. Diese selbst ernannten Moralhüter wollen einem jede Freiheit verbieten und sagen zu wirklich allem NEIN“, ereifert sich Caputo. „Wacht auf, Leute!“

Der Penis beherrscht die Welt

Mina wettert weiter und geht ins körperliche Detail: „Ist es nicht seltsam, dass es immer als Sensationsmeldung thematisiert wird, wenn ein Mann zur Frau wird – aber andersrum interessiert es niemanden? Alle sind besessen vom Penis! Bomben und Raketen sind in seiner Form hergestellt. Genau darum geht’s: Der beschissene Penisneid von politisch ignoranten, angstbeherrschten, machthungrigen, größenwahnsinnigen Scheißmonstern, die diesen Planeten kaputtmachen.“

Niemand könne die Natur erklären, so Caputo weiter. In der Fisch-, Insekten- und Pflanzenwelt gebe es Arten, die ihr Geschlecht hin- und her wechseln: „Der Clownfisch kann das zum Beispiel. Oder schaut euch Seepferdchen an – bei ihnen wird das Männchen trächtig. Wenn das keine Ehrerbietung an die Weiblichkeit ist – was dann?“

Life Of Agony :: A PLACE WHERE THERE’S NO MORE PAIN

Thomas Sonder schreibt freiberuflich unter anderem für METAL HAMMER. Weitere Artikel und das Autorenprofil gibt es hier.

teilen
mailen
teilen
Die 500 besten Metal-Alben (46): Pantera COWBOYS FROM HELL

METAL HAMMER hat die 500 besten Metal-Alben aller Zeiten gewählt – mit einer fast 100-köpfigen Jury. In die Liste geschafft haben es Veröffentlichungen von 1970 bis 2023. Heute stellen wir daraus vor: Platz 46: Pantera COWBOYS FROM HELL (1990) Panteras vermeintliches „Debüt“, nachdem die Truppe zuvor in Hair Metal-Gefilden unterwegs war und trotz der großzügigen monetären Unterstützung von Papa Abbott keinen Blumentopf gewinnen konnte. Die Umorientierung in Richtung Groove und Thrash trifft den Geschmack der damaligen Jugend zu hundert Prozent und lässt Pantera innerhalb von Monaten zu Stars aufsteigen. Die absolute Vollbedienung gibt es zwar erst auf dem nächsten Album, aber…
Weiterlesen
Zur Startseite