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Nebula + On Trial – Berlin: Knaack

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Sorgenvoll erschien die Miene des Knaack-Club-Betreibers, ganz so, als plagten ihn Zweifel, ob heute abend genug Fans Bock auf Stoner Rock haben würden. Im Laufe der Nacht besserte sich seine Laune freilich erheblich, knapp zweihundert Freunde der Siebziger-Jahre-Mucke tummelten sich im Laden am Prenzlauer Berg und sorgten für eine volle Bude.

On Trial eröffneten mit ihrem stürmischen Psychedelic Rock die rauschende Nacht. Bereits seit 1989 sind die Dänen aktiv, in dieser Zeit haben sie hunderte von Konzerten über die Bühnenbretter dieser Welt gebracht. Dicht, packend und treibend sind ihre langen Neo-Hippie-Nummern, die Smörebröd-Kenner haben ein gutes Händchen für leckere und kompakte Klangkost. Bebildert von einer Lichtshow mit grellen LSD-Farben, wurde dazu auch den Augen ein buntes Schauspiel geboten. Gelegentlich wechselten die Dänen das Tempo und verfielen von aufwühlenden Sabbath-meets-Jefferson Airplane-Tönen zu eher von Pink Floyd und Hawkwind beeinflussten Werken. Etwas Aphrodisiches muss von den Skandos ausgegangen sein, ein Pärchen vor mir verbrachte fast das ganze Konzert mit Dauerknutschen. Insgesamt eine Top-Leistung, die einer Headliner-Tour würdig gewesen wäre. Im Gegensatz zu ihrer vorzüglichen Vorband sind die drei Fu-Manchu-Flüchtlinge von Nebula erst seit 1996 zusammen, vielleicht erklärt das den Unterschied. Irgendwie waren sie heute nicht in Form, selbst die Titel ihres nagelneuen Alu-Tellers CHARGED erschienen zerrissen und ausgeleiert. Der Sound des Trios zwischen Sabbath und Hendrix waberte beliebig, besonders die ausgedehnten Jam-Passagen der Südkalifornier kamen einfach nicht auf den Punkt. Gitarrist Eddie Glass ist lediglich ein passabler Saitendrücker, immer, wenn ersieh an Jimi versucht, werden seine Defizite überdeutlich. Als Sänger hat er zudem etwas Milchbarthaftes, was dieser Musik einfach nicht gut zu Gesicht steht. Basser Mark Abshire spielt eine wichtige Rolle bei Nebula, sorgt er doch für Rhythmen und Melodien zugleich – keine leichte Aufgabe, die er dennoch zufriedenstellend löste. Rüben Romano an Pötten und Pfannen bot ebenfalls eine solide Leistung, seine Schlagzeugspiel rollte und grollte im Stile eines Groove-Gewitters. Zugleich machte der Langmähnige seinem Ruf als „Hitzkopf“ (so Glass) alle Ehre, indem er zwischen den Songs immer wieder irgendeinen Typen aus dem Publikum zum Faustkampf forderte. Je länger der Gig dauerte, desto zäher und monotoner wurden die ausgedehnten Titel der Neu-Stoner. Kaugummigleich zog sich die Show dahin, Höhepunkte waren Fehlanzeige, es wirkte wie die x-te Wiederholung einer Fernsehsendung, die alle schon kennen. Vielleicht war es einfach nicht ihre Nacht, oder aber es fehlt Nebula generell an Inspiration, um den Funken überspringen zu lassen. In einer gerechten Welt hätte der Dreier mit dieser mäßigen Leistung die Support-Band für die wesentlich spannenderen On Trial geben müssen!

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