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Converge LOVE IS NOT ENOUGH

Post Hardcore, Epitaph/Indigo (10 Songs / VÖ: 13.2.)

6/ 7
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Elftes Album nach 35 Jahren im Game, was will man da sagen? Was soll da groß kommen? Wer sich so müde an LOVE IS NOT ­ENOUGH heranschleppt, bekommt eine Überraschung. LOVE IS NOT ENOUGH ist seit 2017 endlich mal wieder ein Album ohne Kollaborationen; Converge in Reinform. Das Alter hat sie leaner & meaner gemacht. Präziser, dunkler und dynamischer, aber auch voller Seele und Menschlichkeit. Klingt kitschig, ist so. Converge könnten nicht auf diesem ­Niveau wüten, mit diesem aus allen Poren Blut & Wasser schwitzenden Ethos, wenn sie nicht tief zuinnerst vom Guten überzeugt wären. Dazu tritt Dringlichkeit: mehr als die Hälfte des Lebens vorbei – wie hat man sich bis hier geschlagen, wie kommt man mit Anstand wieder aus der Nummer raus? ‘Love Is Not Enough’ steigt an diesem Punkt ein, behandelt die Themen Empathie und Mitgefühl. Metalcore, Hardcore, Grind, dräuender Doom und immer wieder auch guter alter Punk werden auf dem Album in sich kontinuierlich steigernder Intensität destilliert. Man steht auf den Barrikaden, man lässt seine Geschwister nicht fallen, so einfach. Man kämpft, jeden Tag, auch mit sich – siehe das kettenschwere Industrial-Doom-Instrumental ‘To Feel Something’ und das schleppende ‘Beyond Repair’. Ein lupenreiner Punk-Schieber ist ‘Gilded Cage’, Hymne und Schnappatmung zugleich. Der verheerende Closer ‘We Were Never The Same’ fragt, warum wir erst im Angesicht des Todes realisieren, was wir aneinander haben. Ob Jacob Bannon dazu wie vor 25 Jahren in jedes Bühnengestänge klettern muss? Völlig egal. Diese Band war nie besser.

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