Sängerin und Gitarristin Kat Keo und Schlagzeugerin Kim Coffel haben sich mit April Dimmick am Bass Verstärkung geholt. Das Ergebnis: Hoaxed scheinen komplettiert, was sich auch am satteren Klangspektrum bemerkbar macht, als es noch bei TWO SHADOWS (2022) der Fall war. Die Lieder klingen insgesamt voller, und der Bass verleiht dem Ganzen definitiv mehr Tiefe. Nicht nur, dass Dimmick die Instrumentierung bereichert, auch ihr Gesang – insbesondere ihre Fähigkeit, damit auch mal rotzig schreiend die Sau rauszulassen – ist äußerst zuträglich. Keos klare Stimme in allen Ehren, aber Songs wie ‘Where The Seas Fall Silent’ und allen voran ‘Kill Switch’ erhalten deutlich mehr Kraft. Zumal die kratzigen Schreie auch für ein wohliges Erschauern sorgen. Omnipräsent ist die zumeist getragene Stimmung (‘The Fallen’), die Assoziationen zu schwarz verschleierten Frauen aufkommen lässt, die über dem Boden eines nebelverhangenen Waldes schweben. Eine gewisse Erhabenheit ist den drei Damen daher ebenfalls zuzusprechen, wie beispielsweise im Intermezzo ‘Looking Glass’ und der darauffolgenden Nummer ‘Dead Ringer’. Das könnte jedoch auch mit den subtil eingesetzten Streichinstrumenten zusammenhängen.
Gut platzierte Einspieler, wie etwa Töne einer Schlacht, Donner oder ein gehässiges Lachen, verleihen den Stücken zusätzlich eine beinahe cineastische Atmosphäre. ‘Wretched’ schwankt zwischen poppigen Nuancen, abgedrehten Horror-Punk-Zügen und einem Black Sabbath-Vibe. ‘The Family’ hebt das Tempo an und fegt einmal quer durch den Gehörgang, bevor ‘Killing Stone’ wieder moderat stattfindet – gleich einem Ritual, das sehr abrupt endet. Ein bisschen klingt DEATH KNOCKS so, als hätten sich Joan Jett, Debbie Harry und Stevie Nicks zu einem solchen zusammengefunden, um düstere Abbilder ihrer früheren Ichs zu schaffen und diese als Trio musizieren zu lassen. Das ist als ehrfürchtiges Kompliment gemeint. Es lässt sich also festhalten: Was als Projekt von zwei Freundinnen begann, hat sich zu einer Band entwickelt, die jetzt auch wie eine solche klingt und eine unverkennbare Leidenschaft für ihr Schaffen mitbringt. Obendrein gibt es handwerklich absolut nichts auszusetzen. DEATH KNOCKS hat definitiv etwas Berauschendes und eignet sich hervorragend als Soundtrack für diesige Tage bei Kerzenschein – oder nächtliche Ausflüge in Richtung Wald oder Friedhof. Die Erwartungen für das, was von Hoaxed noch kommen mag, sind nun entsprechend hoch. Für den Moment lautet die klare Empfehlung jedoch: Aufdrehen, abgehen und genießen!
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