Alles an Master Massive schreit eigentlich nach Kult: Band-Gründung in den Neunzigern, erstes richtiges Release aber erst gut zwanzig Jahre später. Ein Mastermind mit einer Vision im Hintergrund, das für quasi die gesamte Musik verantwortlich ist. Tolle handgemalte Cover. Epische Song-Pyramiden mit oft über acht Minuten Laufzeit. Und doch mag der Funke beim neuesten Werk von Multiinstrumentalist Janne Strandh einfach nicht überspringen. ‘Noah’s Cross’ startet mit einem sich gefühlt endlos in die Länge ziehenden Progressive Metal-Riff. Aufgrund der recht dünn und ruckelig klingenden Produktion ist das leider wenig beeindruckend. Erlösung erfolgt durch den einsetzenden Gesang (der auf dem Album von drei verschiedenen Vokalisten übernommen wird) sowie den Schwenk auf klassischen Heavy Metal, doch wirkt das Stück bei seiner Länge von über zehn Minuten mit zig Riff- und Tempowechseln ein wenig, als hätten sich die Schweden etwas zu viel vorgenommen. Weniger ist mehr, daher funktioniert das gekonnt an Candlemass erinnernde ‘Islands And Bells’ im Vergleich sehr gut: gotische Epik, hoher Gesang und langsam krachende Riffs. Davon hätten auch ‘Jonah And The Whale’ (das allerdings eine tolle, Achtziger-Riot-beschwörende Gesangsmelodie hat) oder ‘White Shadows’ profitiert, die sich in einem verwirrenden Gitarrenkarussell verlieren. Hin und wieder blitzen einfach tolle Momente wie Hintergrundchöre oder spannende Harmonien auf, die das Ganze trotz der Überladenheit hörenswert machen.
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