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Myrath WILDERNESS OF MIRRORS

Progressive Metal, Ear/Edel (Songs / VÖ: 27.3.)

4.5/ 7
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Myrath haben zweifelsohne das gewisse Extra. Ihre grundlegende Stilistik, Band-intern als „Blazing Desert Metal“ bezeichnet, speist sich aus progressiven Rock-Strukturen, metallischen Akzenten und unverkennbar orientalischem Flair. Arabische Skalen, folkloristische Motive und cineastische Arrangements verschmelzen mit westlicher Prog-Ästhetik zu einem Sound, der gleichermaßen eingängig wie atmosphärisch dicht wirkt. Dieser Mix findet seit Jahren Anklang und hat die Band kontinuierlich weiter an die Oberfläche der Szene gespült. Entsprechend verfolgen Myrath auf WILDERNESS OF ­MIRRORS ihren eingeschlagenen Weg konsequent weiter. Dieser Mix versprüht auch 2026 Charme. Die Produktion tönt angenehm ausgewogen aus den Boxen – warm, transparent und detailreich. Das Material ist geschickt gestrickt, die Arrangements greifen sauber ineinander und es entsteht rasch eine Art Wohlfühloase, die den Hörer sanft in die mystische Klangwelt hineinzieht. Doch genau dieser leicht meditative Zustand besitzt auch eine Schattenseite. Man gewöhnt sich relativ schnell an die Abläufe, und die Wendungen verpassen auf Albumlänge mitunter den großen Aha-Effekt. Myrath federn ihre Höhepunkte oft zu behutsam ab. Hier könnten sie der Hörerschaft durchaus mehr Resilienz zutrauen. Ein höherer Härtegrad würde zwangsläufig die Dynamik erhöhen und den Spannungsbogen schärfen. Dabei ist das Quintett in der Melodieführung nach wie vor auf hohem Niveau unterwegs. Die Hooks sitzen, die Gesangslinien tragen, und das orchestrale Beiwerk unterstreicht die epische Ausrichtung. Es bedarf lediglich etwas mehr Unruhe, eines Hauchs zusätzlicher Spannung, um ihrem mystischen Werk noch mehr Nachhaltigkeit zu verleihen.

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