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Pride Of Lions UNBRIDLED

Melodic Rock, Frontiers (12 Songs / VÖ: 10.7.)

5/ 7
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Zählt das Adjektiv „unbridled“ – das so viel bedeutet wie „ungezügelt“ – auch nicht zu den gebräuchlichsten Begriffen im englischen Idiom, beschreibt es das achte Pride Of Lions-Albums doch recht gut. Natürlich bildet AOR weiterhin den unumstößlichen Anker. Aber in seinem stilistischen Kurs scheint das seit 2003 unter dem stolzen Löwenbanner agierende Frontmännerduo aus Survivors Jim Peterik an Lead-Gesang, Keyboard und Gitarre sowie Sänger Toby Hitchcock keinesfalls festgefahren zu sein. Klar, das eröffnende Titelstück ist mit seinem Gitarrenfeuerwerkintro und seiner königstigerhaften Komposition ein puristisches Melodic Rock-Paradebeispiel. Doch im weiteren Verlauf schlagen Pride Of Lions neben omnipräsenten Hooks auch gekonnt ein paar Haken. Das exzellente ‘1000 Long Goodbyes’ etwa beschwört mit Pop-Western-Motiven ein Treffen zwischen Tom Jones und Tony Christie herauf – und antizipiert den Siebziger-Schlagervorwurf achselzuckend mit dem Textzeilenkonter „Rock’n’roll is never out of fashion“. Und während ‘I’ll Be Your Rock’ mit anfänglichem Vangelis-Verve jene vergessene Song-Art emuliert, die einst globale Sportgroßveranstaltungen untermalte, kommt ‘Hell Or High Water’ mit dezentem Jimmy Webb-Streicher-Gedenk-Arrangement daher. Kitsch? Na klar. Da Menschen, die mit Musicals, Meat Loaf oder Melodic Rock im Allgemeinen gar nichts anfangen können, ohnehin einen großen Bogen um dieses Album machen werden, kann man doch durchaus gleich aus dem Vollen schöpfen. Ungezügelt eben.

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