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So verzauberten Blind Guardian das Wacken Open Air

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Fantastisches Programm
Was für eine Setlist! Blind Guardian konnten jede Erwartung erfüllen und sogar übertreffen, indem sie tief in der Mottenkiste lange nicht vorgetragener Klassiker gewühlt haben und die perfekte Mischung aus alt und neu getroffen haben. Mit ‘The Ninth Wave’ einsteigen, ‘The Script For My Requiem’ und ‘Nightfall’ folgen lassen, um dann mit raren Hymnen ‘The Last Candle’ und ‘Lord Of The Rings’ endgültig alle Fan-Herzen zu gewinnen – ein toller Zug!

Zeitfetisch
Wo ist die Zeit geblieben? Wenn sich eineinhalb Stunden anfühlen wie eine halbe, muss Magie in der Luft liegen!

Sympathie-Bonus
Blind Guardian wirken ihrem Headliner-Status zum Trotz immer noch wie die Jungs von nebenan, geben sich auf der Bühne höflich und heiter – und freuen sich ganz offen über den unfassbaren Zuspruch der Fans auf dem Acker. Das steckt an!

True-Bonus
Aber nicht falsch verstehen: Die Band besteht nicht aus Chorknaben, sondern mit allen Wassern gewaschene Metal-Helden. Das wird spätestens deutlich, als Hansi bei einem besonders fiesen Schrei in ‘Imaginations From The Other Side’ ein diabolisches Gesicht aufsetzt.

Die Stimme!
Apropos Schrei: Ist es möglich, dass sich Hansi Kürsch in einem zweiten Frühling befindet? Nicht, dass es an seinem Live-Gesang je etwas auszusetzen gab, aber derart viele treffsichere hohe Schreie und perfekt getroffene, schwierige Gesangspassagen lassen dem geneigten Fan die Kinnlade runterfallen. Respekt und wow.

Die Stimmen!
Kein Blind Guardian ohne Chöre – und die saßen, aber sowas von! Die Band ist (auch) gesanglich top eingespielt, die Sound-Mischung perfekt – und die 80.000 weiteren Chormitglieder schmettern lautstark, emotional und textsicher jede Zeile mit. Sei es bei ‘The Bard’s Song (In The Forest)’ oder dem lang gezogenen Choral am Ende von ‘The Last Candle’.

Gänsehaut
Kühl ist’s Abends in Wacken. Doch davon ist kaum etwas zu spüren, vor lauter Wärme ums Herz, die einen inmitten der wogenden, singenden, ergriffenen Fans erfüllt. Gänsehaut schafft die um so mehr, aber eine wohlige. Kann es sogar sein, dass die Stimmung noch ein gutes Stück besser war als bei Iron Maiden? Eigentlich undenkbar, aber…

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