Die Mutter aller hart rockenden Frauen-Bands meldet sich nach acht Jahren mit einem neuen Studioalbum zurück. Laut eigener Aus-sage wollte die Band auf GUILTY AS SIN „wieder zu ihren Wurzeln zurück“.
Das könnte mancher als Drohung auffassen, schließlich fielen selbst die kommerziell erfolgreichen Frühwerke Anfang der Achtziger bei den Kritikern zumeist durch. Und Girlschool lassen ihren Worten klassische Taten folgen: Das 13. Studioalbum greift die bekannten Tugenden (Rotz, Attitüde) auf, leidet aber auch unter den vertrauten Schwächen. Der Punk-Einfluss ist weiterhin wichtig und hörbar, führt aber nicht immer auf die gute Seite der Songwriting-Mächte. Viel besser gefallen die Momente, in denen die Britinnen abseits des geradlinigen Schemas denken und wie in ‘Treasure’ melancholische Akzente setzen. Dann merkt man, dass Girlschool auch Bands wie L7 oder Hole beeinflusst haben.
Ein kleiner Wermutstropfen ist der Sound: Da hätte ich mir von Chris Tsangarides (Judas Priest, Thin Lizzy) doch einen ausgewogeneren, auf allen Ebenen knackigen Klang versprochen. Warum die Lead-Gitarren so viel mehr PS besitzen als die Rhythmusabteilung, erschließt sich mir nicht. Richtig cool hingegen ist das Cover des Discohits ‘Stayin’ Alive’, dem Girlschool einen abgehangenen ZZ Top-Charme verleihen. Auch 2015 werde ich das Gefühl nicht los, dass sich Girlschool musikalisch unter Wert verkaufen.
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Bagman
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