Ein Beben ging durch die Szene: Keine zwei Wochen nach ihrer erfolgreichen Tournee verkündeten Arch Enemy in knappen Worten die Trennung von ihrer Sängerin. Alissa White-Gluz legte wenig später nach, versprach Überraschungen – und veröffentlichte am Folgetag die erste Solo-Single. Nur ein Vorgeschmack auf das, was kommt: Exklusiv in METAL HAMMER gibt die Kanadierin das erste Interview zum Soloneustart!
Das komplette Exklusiv-Interview mit Alissa White-Gluz findet ihr in der METAL HAMMER-Märzausgabe 2026, erhältlich am Kiosk oder indem ihr das Heft bequem nach Hause bestellt. Noch einfacher und günstiger geht’s im Abo!
For the international fans: english version below!
Alissa, wie schwer fiel es dir, deinen Abschied von Arch Enemy Ende November bekanntzugeben, und wie hast du die Reaktionen der Fans wahrgenommen?
Es war auf jeden Fall schwierig, aber Veränderungen sind immer eine wilde Mischung aus Angst und Aufregung. Wenn man so viele Jahre mit etwas verbringt, wird es zu einem großen Teil des eigenen Lebens und der Identität. Daher habe ich diese Ankündigung nicht auf die leichte Schulter genommen. Ich habe mehr als die Hälfte meiner Karriere einen enormen Teil meiner kreativen Energie in dieses Projekt gesteckt. Ich liebe Musik und Kunst wirklich sehr und kann es nicht ertragen, sie wie einen ganz normalen Arbeitstag im Büro zu behandeln.
Starke Verbindung
Deshalb stecke ich sehr viel zusätzliche Sorgfalt und Absicht in jeden Text, jede Performance, Aufnahme und jedes Bild, das ich mache. Ich fühlte mich wirklich verantwortlich, die Ankündigung mit Respekt gegenüber den Fans, der Musik und mir selbst zu behandeln. Einfach direkt auf den Punkt zu kommen, schien mir der einzige Weg, meine Vergangenheit zu ehren und gleichzeitig zuversichtlich in die Zukunft zu gehen.
Die Reaktionen der Fans und meiner Kollegen aus der Branche haben mich ehrlich gesagt umgehauen. Es gab so viel Liebe, Ermutigung und echte Unterstützung, mehr als je zuvor, und es fühlte sich unglaublich anregend an. Was mir besonders auffiel, war, wie stark sich die Menschen mit meinem Wachstum und meiner Entwicklung beschäftigten. Das hat mich zutiefst dankbar gemacht und auch sehr motiviert. Es hat mir bestätigt, dass die Verbindung, die wir aufgebaut haben, stark ist und sich ganz natürlich weiterentwickelt. Das ist etwas, worauf ich mich in meiner Karriere immer konzentriert habe. Aus meiner Komfortzone und über den Tellerrand hinaus zu kommen, um künstlerische Freiheit zu erlangen, ohne in einer Rolle gefangen zu sein. Diese Unterstützung gab mir viel Selbstvertrauen und Begeisterung für die Zukunft. Ich bin fest davon überzeugt, dass sich Kunst und Künstler weiterentwickeln sollen.
Aufregender Moment
Du hast 2016 als Solokünstlerin bei Napalm Records unterschrieben und ein Album erwähnt. Warum ist jetzt der richtige Zeitpunkt dafür?
Die Absicht war immer da, aber ich wollte etwas so Persönliches nie überstürzen oder zum falschen Zeitpunkt erzwingen. Ich wusste, dass dieses Projekt den richtigen Raum, Fokus und kreative Freiheit braucht, um wirklich lebendig zu werden. Jetzt fühlt es sich richtig an, weil es eine echte Dynamik gibt. Ich habe Klarheit, Begeisterung und den Kopf dafür, mich vollkommen darauf einzulassen, und alles fügt sich zusammen. Ich weiß, was ich ausdrücken will, ich weiß, wie es klingen und sich anfühlen soll, und ich bin wirklich begeistert von dem Prozess. Dieses Album fühlt sich an wie eine natürliche Entwicklung – etwas, worauf ich lange Zeit hingearbeitet habe. Das macht diesen Moment sowohl aufregend als auch richtig.
Du sprachst von zwei Mitstreitenden auf dem Album. Kannst du sie uns bereits vorstellen, und wann wirst du den ersten Zug machen, eure gemeinsame Arbeit der Öffentlichkeit zu präsentieren?
Ich bin total begeistert, mit zwei unglaublich talentierten Gitarristinnen zusammenzuarbeiten: Alyssa Day und Dani Sophia. Die Musik, die wir bisher gemeinsam gemacht haben, ist genau das, was ich mir immer gewünscht habe. Ich finde, dass beide einzigartige Spielstile haben, die sich gegenseitig ergänzen, sodass unsere Zusammenarbeit gleichzeitig super heavy, energiegeladen, eingängig und bewegend ist. Ich könnte wirklich nicht glücklicher und stolzer sein, mit so talentierten und inspirierenden Musikerinnen zusammenzuarbeiten. Die Fans müssen nicht lange warten, um zu hören und zu sehen, was wir auf die Beine gestellt haben!
english version:
Deeply grateful
How difficult was it for you to announce your departure from Arch Enemy, and how did you react to the fans‘ responses?
It was definitely difficult but change is always a wild mix of fear and excitement. When you spend that many years with something, it becomes a huge part of your life and identity. So making that announcement wasn’t something I took lightly. I had devoted an enormous amount of my creative energy to the project for more than half of my career. I really love music and art, I can’t bear to treat it like just another day at the office. That’s why I put so much extra care and intention into every lyric, performance, recording, and visual that I do. I felt a real responsibility to handle the announcement with respect for the fans, for the music, and for myself. Just getting straight to the point felt like the only way to honour my past while also stepping confidently into what comes next.
The fans’ and industry peers’ responses honestly blew me away. There was so much love, encouragement, and genuine support, more than ever before, and it felt incredibly energizing. What really stood out to me was how strongly people connected to the idea of my growth and evolution. It made me feel deeply grateful and also very motivated. It reinforced that the connection we’ve built is strong, and that it naturally carries forward – that is something I have always been focused on in my career: stepping outside of my comfort zone and outside of the box so that I can have artistic freedom without being typecast. That support gave me a lot of confidence and excitement about the future, because I really do believe that art and artists are meant to evolve.
Natural evolution
You signed with Napalm Records as a solo artist back in 2016 and first mentioned an album. Why is now the right time for it?
The intention was always there, but I never wanted to rush something that personal or force it into the wrong moment. I knew this project needed the right headspace, focus, and creative freedom to really come alive. Now feels right because there’s real momentum. I have clarity, excitement, and the space to fully commit to it, and everything is aligning creatively. I know what I want to express, I know how I want it to sound and feel, and I’m genuinely energized by the process. This album feels like a natural evolution, something I’ve been building toward for a long time, and that makes this moment feel both exciting and right.
You have two dedicated collaborators on the album: Can you introduce them to us already, and when will you take the first move toward presenting your joint work to the public?
I am super thrilled to be working alongside two amazingly talented guitarists; Alyssa Day and Dani Sophia. So far the music we are making together is exactly what I have always wanted. I feel like they both have such unique playing styles that complement each other to make our collaborative work super heavy, energetic, catchy and evocative at the same time. I really couldn’t be happier and more honoured to be working alongside such talented and inspiring musicians. Fans will not have to wait long at all to hear and see what we have been up to!
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