Apocalyptica: Paavo Lötjönen über die Nachteile der Digitalisierung

von
teilen
mailen
teilen

In einem n Interview mit TotalRock sprach Paavo Lötjönen, Cellist von Apocalyptica, über die Vor- und Nachteile des digitalen Zeitalters. Speziell für junge Bands hat sich in den letzten Jahren vieles verändert – doch Lötjönen macht sich deshalb keine Sorgen. Er sieht die Veränderungen als natürlichen Prozess und erklärt: „Ich wäre nicht allzu besorgt. Es sind natürliche Veränderungen, die in der Musikindustrie ständig stattfinden. Es ist wie ein Fluss – er geht dorthin, wo das Wasser hinwill.“

Junge Bands haben es heute schwieriger

Empfehlungen der Redaktion
Apocalyptica: Blitzableiter

Auf die Frage, ob es heute leichter sei, durch traditionelle Medien, Radio und Streaming-Plattformen bekannt zu werden, äußerte der Musiker allerdings schon Bedenken: „Nein. Ich bin traurig wegen den jungen Bands. Es ist so schwierig, Tourneen zu organisieren und genug Geld dafür zu bekommen. Wir hatten das Glück, dass wir das schon früher machen konnten. Aber heute ist es schwer, das als Beruf auszuüben.“ Ein weiteres Problem sieht er in der Erwartungshaltung vieler Fans, Musik kostenlos zu konsumieren. „Die Leute haben irgendwie gelernt, alles kostenlos zu bekommen, und das ist problematisch, wenn man davon leben und gute Shows liefern möchte. Viele Newcomer müssen nebenbei andere Jobs annehmen und können sich nicht voll auf die Musik konzentrieren.“

Ein anderer Aspekt, den Paavo Lötjönen ansprach, ist die Erschwinglichkeit von Produktions- und Aufnahmetechnologien, was zu einem Anstieg der Musikveröffentlichungen geführt hat. „In gewisser Weise ist es fantastisch, dass man seine Musik überall verbreiten kann. Aber jeden Tag erscheinen 140.000 Songs auf Spotify. Wie soll man da gefunden werden, wenn man neu ist?“ Zudem warnt er vor den Verträgen großer Labels, die oft langfristige Einnahmen der Künstler einfordern. „Wenn die großen Labels einen unter Vertrag nehmen, nehmen sie oft auch das zukünftige Einkommen.“


Bestens informiert über dieses und alle weiteren wichtigen Themen im Metal bleibt ihr außerdem mit unserem Newsletter. Einmal pro Woche flattert euch übersichtlich sortiert ein Update ins Postfach. Einfach anmelden, damit euch auch sicher nichts entgeht.

teilen
mailen
teilen
Schmier: Daher hatten US-Thrash-Bands mehr Erfolg

Destruction-Chef Schmier hat im Interview bei Chris Akin Presents darüber sinniert, weshalb US-amerikanische Thrash Metal-Formationen wie Metallica und Slayer den größeren Erfolg im Vergleich zu deutschen Gruppen wie Kreator hatten. "Die USA sind ein riesiger Musikmarkt -- der größte Musikmarkt der Welt. Wenn man groß in Amerika ist, kann man überall groß sein." Standortvorteil Des Weiteren argumentierte Schmier: "Viele europäische Bands, die groß wurden in Europa, mussten zuerst in Amerika groß sein -- wie die Scorpions. Sie wurden groß in den USA und auch in Japan, und dann endlich wurden sie in Deutschland anerkannt. So halte ich Amerika für den mächtigsten Musikmarkt der…
Weiterlesen
Zur Startseite