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Auf Eiersuche bei: Moonspell + Nachtblut

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Preisfrage: Was feiert der geneigte Metalhead am Ostersonntag? Richtig, den Tourabschluss von Moonspell… und sonst nichts. Leider leisten diesem unchristlichen Ruf nicht alle Osnabrücker Nachtgestalten Folge, sodass sich nur etwa knapp 100 Anhänger in den Tiefen des Bastard Clubs einfinden sollten. Den etwas biederen Umständen zum Trotz liefern die Portugiesen dagegen eine intime und vor allem teuflisch gute Show ab.

Auch die für Lacrimas Profundere eingesprungenen Nachtblut haben sich weitestgehend dem Dark Metal verschrieben. Sie bloß darauf festzunageln würde der Truppe aber schlicht und ergreifend nicht gerecht werden. Angefangen mit einem wilden Reigen aus Black Metal-Blasts und deutschsprachigen Lyrics, machen sich die Osnabrücker von starken Gothic-Einflüssen im Stile von Cradle Of Filth zu besten CRUELTY AND THE BEAST-Zeiten bis hin zu Neue Deutsche Härte-Riffs im Pagan-Mantel so manches Genre zu eigen und formen daraus ein bissige Mischung, der es sicherlich nicht an Abwechslung mangelt. Songs wie ‘Wien 1683‘ oder ‘Wie Gott Sein‘ aus dem aktuellen Album CHIMONAS treffen genauso ins Schwarze wie die Bühnenperformance von Chef-Krächzer Askeroth. Der zettelt selbst einen kleinen Moshpit in den vorderen Reihen an, faucht seine brutalen Geschichten direkt in das Gesicht einer Außerwählten und vergnügt sich beim abschließenden ‘Mein Herz In Ihren Händen‘ mit eben selbigem Organ eines Schweins (!?), bevor er es mitten ins Publikum wirft. Ein eindringlicher Auftritt, der sicherlich dem ein oder anderen im Gedächtnis bleiben wird.

Als die Bühne für Moonspell vorbereitet wird, fällt zunächst das riesige mit einem Schädel verzierte Drum-Set von Miguel Gaspar auf. Auch die Nebelfontänen, die den Club innerhalb kürzester Zeit komplett einhüllen, machen deutlich, dass die Portugiesen auf ihrer auslaufenden Tour mitunter deutlich größere Locations gewöhnt waren. Bevor das Intro ertönt wird die Meute zunächst stilecht mit Type O Negative in Stimmung gebracht. Danach geht es Schlag auf Schlag: ‘Breathe (Until We Are No More)‘ und ‘Extinct‘ aus dem gleichnamigen Opus geben die Richtung des Abends vor und die führt geradewegs ins Verderben der Menschheit. Passender hätte die Thematik der neuen Platte nicht ausfallen können, denn die Rolle als Apostel der Apokalypse steht Fernando Ribeiro dank seiner dunklen Stimmfarbe und imposanten Erscheinung äußerst gut zu Gesicht. Immer wieder peitscht er das Publikum an, den Rest erledigen Einheizer á la ‘Opium‘ oder dem orientalisch angehauchten ‘Medusalem‘.

Das Gros der Songs stammt naturgemäß von EXTINCT, das Ribeiro als eines der stärksten Alben der Bandgeschichte bezeichnet, der Rest des Sets wird dagegen ausschließlich mit Klassikern aber auch selten gehörten Stücken aus IRRELIGIOUS (‘Mephisto‘, ‘Herr Spiegelmann‘) und dem mittlerweile 20-jährigen Debüt WOLFHEART (‘Vampiria‘, ‘…Of Dreams And Drama‘) veredelt. Diesbezüglich bleibt die Songauswahl sicherlich Geschmackssache, da wenig ausgewogen, Moonspell verstehen es am heutigen Abend allerdings vorzüglich ihre atmosphärischen Finsterlinge der Anfangstage mit den modernen Gothic Rock-Hymnen aus dem Jahre 2015 verschmelzen zu lassen. Nach der waschechten Folknummer ‘Ataegina‘ darf dann natürlich das immer wieder lautstark geforderte ‘Alma Matar‘ genauso wenig fehlen, wie der epische Rausschmeißer ‘Full Moon Madness‘. Ein mehr als würdiges Tourfinale von Portugals Speerspitze der düsteren Klänge.

Setlist Moonspell:

1. Breathe (Until We Are No More)

2. Extinct

3. Opium

4. Awake!

5. The Last of Us

6. Medusalem

7. …of Dream and Drama (Midnight Ride)

8. Funeral Bloom

9. Malignia

10. Herr Spiegelmann

11. The Future Is Dark

12. Vampiria

13. Ataegina

14. Alma Mater

Zugabe:

15. Mephisto

16. Full Moon Madness

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