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Beartooth: Shomo über die Hintergründe von ‘ATTN.’

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2023 veröffentlichten Beartooth ihr letztes Album THE SURFACE. Im September folgte die Deluxe-Edition des Werks, die neben vielen Live-Aufnahmen auch ein neues Lied enthält. ‘ATTN.’ überraschte Fans mit seinem Pop-Charakter. In einem Interview mit Rock Antenne sprach Shomo über die Hintergründe dieser Entwicklung.

„Ich bin ein menschliches Wesen, das gewachsen ist und sich weiterentwickelt hat. Natürlich liebe ich immer noch Heavy Metal, aber ich liebe eben auch Pop-Musik. Mittlerweile glaube ich, dass viele meiner alten Lieder trotz ihrer Authentizität durch eine Brille aus Angst, Selbstzweifel und Unsicherheit entstanden sind. ‘ATTN.’ ist meine Art, ein Statement abzugeben, dass ich mich nicht mehr von diesen Unsicherheiten beeinflussen lasse. Genauso wenig lasse ich mich von den Sachen beeinflussen, die ich in der Vergangenheit getan habe. Deswegen habe ich mich dazu entschieden, das letzte Lied auf dem Album zum poppigsten zu machen. Ich benutze Synthesizer – etwas, das ich mit Beartooth noch nie so wirklich gemacht habe und mir vor zehn Jahren geschworen habe, generell nie zu tun. Das lag daran, dass ich mich dafür geschämt habe, so etwas zu mögen.“ 

‘ATTN.’ als Ausdruck von Selbstsicherheit

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Er fährt fort und spricht über den Beginn seiner musikalischen Karriere. „Vorher war ich in einer Band namens Attack Attack!, die sehr unterschiedlich aufgenommen wurde. Viele Leute haben sie gehasst. Ich war ziemlich jung und habe mich am Ende sehr dafür geschämt. Deswegen habe ich mich von den Dingen abgewandt, die mir eigentlich Spaß gemacht haben. Dazu gehört es, Klavier und Synthesizer zu spielen und elektronische Musik zu machen. Stattdessen habe ich mich sehr auf das harte Zeug konzentriert, weil ich wütend war und sich das richtig angefühlt hat. Aber jetzt bin ich nicht mehr 19, sondern 31, und habe schon viel erlebt.“

Er fährt fort: „Diejenigen, die sich wirklich für meine Geschichte interessieren, werden den Sinn hinter ‘ATTN.’ verstehen. Das heißt auf keinen Fall, dass ich nie wieder härtere Musik machen werde. Es ist mir einfach sehr wichtig, deutlich zu machen, dass ich mit mir selbst und mit meiner Vergangenheit im Reinen bin. Das schließt das harte Zeug ein, aber auch die Synthesizer und Pop-Musik. Ich lasse mich nicht mehr von anderen Meinungen beeinflussen, was meinen künstlerischen Ausdruck betrifft.“ 

Authentizität als Qualitätsmerkmal

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„Gute Beartooth-Lieder sind die, in denen ich exakt wiedergebe, was ich fühle und ehrlich beschreibe, was ich durchmache. Anders sind die Lieder, in denen ich schreibe, was andere Leute von mir hören wollen. Das ist nicht authentisch und kann man aus einer Meile Entfernung erkennen. Je mehr ich ignoriere, was andere Menschen mir sagen, desto echter wird, was ich schreibe. Und im Umkehrschluss sind das dann auch die Lieder, die am besten ankommen, weil die Leute meine Ehrlichkeit hören können.“

Zum Schluss sagt er: „Ich finde, dass viele Leute die Intelligenz der Fans unterschätzen. Sie versuchen, große Radio-Hits zu schreiben, die den Mainstream treffen. Die Hörer sind aber so viel schlauer als das. Sie erkennen, ob man das, was man singt, wirklich meint und ob es einem wichtig ist. Kurz gesagt ist das das, was wirklich mein treibender Gedanke ist. Ich möchte Lieder machen, die ehrlich sind. Je ehrlicher sie für mich persönlich sind, desto ehrlicher sind sie auch für unsere Fans. Ich finde, dass sie das verdienen und wert sind. Niemand will Bullshit hören.“


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Nuria Hochkirchen schreibt freiberuflich unter anderem für METAL HAMMER. Weitere Artikel und das Autorenprofil gibt es hier.

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