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Bring Me The Horizon + Architects + Deez Nuts – live

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Eine gut hundert Meter lange Schlange hat sich bei unwirtlichem Schietwetter vor dem fast ausverkauften Grünspan versammelt – so etwas hat man zum letzten Mal beim „Konzert“ von Daniel Küblböck gesehen (als man zufällig vorbeiging). Diesmal indes ist das gemischte britische Doppel Bring Me The Horizon und Architects für den bunten Auflauf verantwortlich – die bessere Entwicklung in der Musikfankarriere.

Anders als beim letzten Gastspiel stehen dieses Mal While She Sleeps aus Sheffield und der australische Hardcore-Punk-Zerstörer Deez Nuts für die beiden Hauptacts Spalier. Während die Briten den ordentlich gefüllten Saal mit ihrem austauschbaren Post-Punk-Hardcore-Hybrid nur langsam auf Stimmung rocken, brechen bei den Aussies die ersten Moshpits auf. Wirklich innovativ ist es zwar nicht, was Deez Nuts mit Mitgröl-Hymnen à la ‘Damn Right’, ‘Stay True’ oder dem finalen ‘I Hustle Every Day’ machen, aber die Stimmung ist blendend, der Hexenkessel tobt und die dicke-Eier-Nummern machen letztlich auf eine archaisch-schöne Art und Weise Laune. Schon jetzt sind Deez Nuts der Gewinner des Abends.

Die beiden Hauptacts können nach ihren fulminanten Januar-Auftritten schließlich nur verlieren, denn besser als vor ein paar Monaten kann es kaum werden. Vor allem die Architects haben an dieser Bürde zu knabbern, erweist sich Sam Carters Stimme doch an diesem Abend als ziemlich angeschlagen. Denjenigen, die sich vorne im Pit prügeln, wird es egal sein, schließlich haben Kracher wie ‘Delete, Rewind’, ‘Numbers Count For Nothing’ oder ‘Early Grave’ auch mit Schmalspur-Stimme mächtig Druck, doch in sicherer Entfernung fürchtet man ein ums andere Mal, dass Carters Organ völlig wegbrechen könnte. Auch bei der Gänsehaut-Ballade ‘Heartburn’, bei der der Blondschopf seinem Publikum mal wieder die unmögliche Aufgabe stellt, jeder solle auf die Schultern seines Nebenmanns steigen, wird es einige Male kritisch.

Ganz auf stimmlicher Höhe ist hingegen Oli „Das Lama“ Sykes, der mit bewährter Souveränität kreischt, keift und grunzt und wie immer nach jeder zweiten Nummer sein „Circle Pit“-Mantra runterbetet. Beim Disco-Kracher ‘Football Season Is Over’, bei dem der stickige Saal völlig Kopf steht, bekommt er kurzzeitig Unterstützung von Deez Nuts-Fronter J.J. Peters, der sich zu Recht noch einmal feiern lassen darf. Den Sympathie-Thron werden Bring Me The Horizon zwar auch an diesem Abend nicht erklimmen, doch technisch passt hier einfach alles zusammen. Und wer sein Publikum derart im Griff hat, der kann ohnehin nicht viel falsch machen. Natürlich gibt es auf Sykes’ Drängen auch noch mal die obligatorische Wall of Death und letzten Endes verlassen fast alle mit brummendem Schädel, ächzenden Gliedern und einem schweißüberströmten Grinsen den Saal. Vorbei natürlich an einem Tischchen mit Haarspray-Dosen, das die Security am Ausgang für deren Besitzerinnen (oder Besitzer?) aufgebart hat.


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Bring Me The Horizon: Zu viele Menschen hassen sich

Bring Me The Horizon-Frontmann Oli Sykes hat in einem Interview mit Kerrang! über die neue EP-Reihe seiner Band geplaudert. Jüngst hauten die Briten den Track ‘Parasite Eve’ (Video siehe unten) rausgehauen; dem sollen noch weitere Stücke folgen. Dabei sagte er, bevor sich die Menschheit weiterentwickeln könne, müssten die Leute aufhören sich selbst zu hassen und sich endlich selbst lieben. Ursprünglich sollte der Nachfolger des aktuellen, sehr Kollagen-artigen Bring Me The Horizon-Albums AMO (2019) eine durchgehende Stimmung haben. Aufgrund der Corona-Pandemie erschien Oli Sykes dieser Plan allerdings mehr passend, weswegen die Gruppe auf mehrere EPs mit unterschiedlichen Stimmungen umschwenkte. "Bei der…
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