Toggle menu

Metal Hammer

Search
Spezial-Abo

Chuck Berry: Der Pionier des Rock’n’Roll ist tot

von
teilen
twittern
mailen
teilen

Der Rock‘n’Roll-Pionier Chuck Berry, der von vielen Musiker-Kollegen als Erfinder der dem heutigen Rock und Metal zugrundeliegenden Musikrichtung angesehen wird, ist tot. Berry starb mit 90 Jahren bereits am 18. März.

Berry gilt als einer der ersten schwarzen Musiker, der in den rassistischen USA der Fünfziger Jahre den typischen Western-Sound der weißen Popkultur mit dem R’n’B der schwarzen Nachtclubs vermischte. Von seinen Zeitgenossen zunächst als „Black Hillbilly“ verhöhnt, öffnete sich das Publikum schnell dem neuen Sound, der bald das Label „Rock‘n’Roll“ verpasst bekam.

Berry geriet ins Zwielicht, als er angeklagt wurde, mit einer minderjährigen Angestellten eines Nachtclubs in St.Louis Sex gehabt zu haben. Ab 1960 verbüßte er eine dreijährige Haftstrafe, während derer der schwarze Rock‘n’Roll von weißen Bands und Musikern endgültig übernommen und zur popkulturellen Größe geführt wurde. Berry sprach im Anschluss kaum mit Journalisten und zeigte sich seit den 60er Jahren der Musikindustrie gegenüber immer wieder skeptisch.

Der visionäre Musiker kämpfte in seiner frühen Karriere immer mit dem von der Segregation geprägten Musikmarkt in den USA, auf dem nur weiße Künstler die Chance für einen Erfolg in der breiten Masse erhielten – und deren schwarze Erfinder letzlich hinter den weißen Superstars Elvis Presley oder den Rolling Stones zurückblieben, deren Hautfarbe eine größere Hilfe für den Erfolg war, als ihr Können. Unvergessen ist z.B. ein Video aus der Doku „Hail! Hail! Rock‘n’Roll“ aus dem Jahre 1986, in dem Berry den Stones-Gitarristen Keith Richards das Intro zu ‘Oh Carol’ so oft wiederholen lässt, bis die Umsetzung des weißen Musikers den Ansprüchen des Lehrmeisters genügt. Ganz nach dem Motto: „Ihr wollt unsere Musik spielen? Dann aber auch bitte richtig!”


Chuck Berry & Keith Richards – Oh Carol from Music Management USA on Vimeo.

Berry war unter den ersten Musikern, die 1986 in die Rock‘n’Roll Hall Of Fame aufgenommen wurden. Der Rolling Stone führte den Gitarristen 2004 auf Platz Fünf der „100 Größten Künstler aller Zeiten”.


teilen
twittern
mailen
teilen
King Crimson-Drummer Bill Rieflin verstorben

Die Musikwelt hat einen weiteren Verlust zu beklagen: Schlagzeuger Bill Rieflin hat das Zeitliche gesegnet. Der US-Amerikaner verlor leider seinen Kampf gegen den Krebs. Er wurde 59 Jahre alt. In seiner bewegten Karriere trommelte er unter anderem für Ministry, R.E.M., Nine Inch Nails, die Revolting Cocks, KMFDM, Swans und King Crimson, denen er bis zu seinem Tod angehörte. King Crimson-Gründer, -Mastermind und -Gitarrist Robert Fripp trauert auf Facebook. "Bill Rieflin ist von dieser Welt hinweg geflogen", schreibt er. "Guten Flug, Bruder Bill! Mein Leben ist unermesslich reicher dadurch, dass ich dich kenne." Darüber hinaus haben sich auch Al Jourgensen und…
Weiterlesen
Zur Startseite