Fans stehen im Regen: Pestilence sagen Wien-Gig vor Ort ab

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Das Konzert von Pestilence im Wiener Viper Room endete, bevor es überhaupt anfing – und zwar mit einem kleinen Skandal: Drei Stunden vor Show-Beginn entschwand der Nightliner der reaktivierten Death Metal Legende mitsamt den Vor-Bands Vreid und The New Dominion sang- und klanglos in Richtung Darmstadt. Fans, die sich auf den ersten Gig in Wien in vielen Jahren freuten, gingen leer aus und standen vor einer stillen Halle. Wer tatsächlich die Absage zu verantworten hat, ist schwer zu sagen, denn Band und Veranstalter weisen sich gegenseitig die Schuld zu.

Laut Veranstalter „Viper Room“ hatte Pestilence-Sänger Patrick Mameli schlicht und ergreifend keine Lust, auf der fünf mal vier Meter großen Bühne zu spielen, obwohl der Band die Dimension der Location im Vorfeld bekannt gewesen sein soll. Kurzfristig zugesichertes Zusatz-Equipment sei von Patrick Mameli abgelehnt worden. Darüber hinaus sollen sich die Musiker angeblich geweigert haben, ihre Instrumente „aufgrund der Verletzungsgefahr“ die Treppe zur Bühne hinunter zu tragen. Gescheitert sei das Konzert im Endeffekt am Widerstand Mamelis (angeblich soll er gesagt haben: „Ich bin zu professionell für diese Bühne!“). Die anderen Musiker und der Tour-Manager hätten den Gig noch durchziehen wollen.

Der Beschuldigte Pestilence-Sänger sieht die Angelegenheit anders. Patrick Mameli:

„Die ganze Sache ist doch ein Witz – aber nicht von uns, sondern vom Veranstalter. Meint wirklich jemand, wir hätten den weiten Weg von Italien nach Wien auf uns genommen, nur um dort ein Konzert abzusagen? Tatsache ist, dass die technischen Angaben im Vorfeld in keiner Weise mit den tatsächlichen Gegebenheiten übereingestimmt haben. Es gab weder ein ausreichend funktionierendes PA-System, noch ein ordentliches Soundboard. Darüber hinaus war einfach kein Platz für zwei Drumkits. Unter diesen Umständen ist es nicht möglich, ein professionelles Konzert zu spielen – aber genau das sollte ein Band tun, die 15 Jahre weg vom Fenster war! Deswegen haben alle Beteiligten gemeinsam beschlossen, die Show abzusagen. Ich kann gar nicht sagen, wie Leid mir das für die Fans tut – schuld ist jedoch der Veranstalter, der sich als unprofessionell und inkompetent erwiesen hat.“

So weit der Pestilence-Chef. Seine Aussage steht nun direkt entgegengesetzt zu dem, was der Veranstalter erklärte.

Welcher Version man auch Glauben schenkt – durch die Finger geschaut haben die Fans, die aufgrund der kurzfristigen Absage kaum Chancen hatten, zu reagieren. Eigens aus Tschechien, Ungarn und Kroatien angereiste Fans mussten unverrichteter Dinge wieder abreisen. Ein Fan aus Zagreb ließ seinem Unmut freien Lauf: „Ich werde alle meine Pestilence-CDs verbrennen, wenn ich wieder zu Hause bin!“

Wolfgang Kuhn

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