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Im Pit bei: Chrome Division + PhallaX + Nighttrain

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Um es gleich vorwegzunehmen: Ja, das funktioniert wunderbar. Zum ersten Mal seit dem gut zehnjährigen Bestehen der Band begeben sich die Norweger von Chrome Division nämlich auf Tour, um ihren räudigen Doomsday Rock’n’Roll unter’s Volk zu bringen. Die Vorfreude ist dementsprechend groß, während die beiden schwäbischen Kapellen PhallaX und Nighttrain bereits im Vorfeld für reichlich gute Laune sorgen.

Mit ordentlich Dampf im Kessel legen die Newcomer von Nighttrain auch gleich ohne Vorwarnung oder Intro mit ihrer gleichnamigen Bandhymne los. Die Truppe feiert ebenfalls Tour-Premiere, präsentiert sich allerdings schon jetzt äußerst agil und angriffslustig. Nicht umsonst wurde ihre aktuelle Platte SEVEN SINS im vergangenen Jahr zum Demo des Monats gekürt, denn schon bei den ersten Songs fällt auf, wie vielseitig die Band ans Werk geht: Die Grenzen zwischen klassischem Heavy Metal (‘Wane Of The Moon’) und modernen Einflüssen (‘Arc Of Time’) scheinen hier fließend ineinander überzugehen. Dieser Abwechslungsreichtum spiegelt sich auch im Gesang von Kevin Wagner wider, der zwischen kernigen Clean-Vocals und bösesten Growls balanciert. Hat die Frontröhre mal nichts zu tun, wird sich sicherheitshalber nach dem Wohlbefinden des Lead-Gitarristen Dominik Dauter erkundigt, während dieser sich mühelos ein irrwitziges Solo nach dem anderen aus den Fingerspitzen saugt. Spätestens beim groovenden Stampfer ‘Thommy Gun Part I’ ertappt sich dann selbst der Die-Hard-Biker beim unweigerlichen Mitnicken. Den Job als Anheizer erledigen Nighttrain jedenfalls vorzüglich, dafür spricht auch der lautstarke Applaus nach dem Rausschmeißer ‘No Guts No Glory’.

Für PhallaX gilt es, die gute Stimmung im kuschelig gefüllten Backstage Club zu halten. Dank ihrem ursympathischen Auftreten und einem völlig unkonventionell gespielten Power Metal gelingt ihnen dieses Unterfangen jedoch problemlos. Der Opener ‘Parasite’ ist bestes Beispiel dafür: Angefangen mit chaotischem Gekreische wandelt der Vierminüter zwischen traditionellen Power-Passagen und wilden Genre-Ausbrüchen. Mit abgefahrenen Melodien und einigen überraschenden Momenten heben sich die Herren angenehm von der herkömmlichen Power Metal-Masse ab. Zwischen den Songs lockert Sänger Jogi, der auch als Zwilling des Sonata Arctica-Frontmanns durchgehen könnte, das Geschehen immer wieder auf. Wo Nighttrain ihre Herkunft noch galant verbergen, lässt er seinem schwäbischen Mundwerk freien Lauf und sorgt für grinsende Gesichter im Publikum. In München muss man sich sowas erstmal trauen. Gefährlich wird es nur, als der Spaßvogel während den Songs auch noch mit CDs um sich wirft. Eine scharfe Promo-Maßnahme, bei der es aber glücklicherweise keine schwerverletzten Opfer zu beklagen gibt. Ach ja, Musik wird natürlich auch noch gespielt, wobei sich allen voran der Partykracher ‘Trollinger’ aus dem nagelneuen Album RELICS OF HARMONY als sehr zielsicher erweist. Das Bierbrauen überlassen PhallaX gerne den Bayern, den guten Wein gibt es allerdings im Schwabenländle. Recht haben sie.

Nach so viel Schwaben-Power nehmen die norwegischen Chrome Division das Ruder in die Hand. Stilsicher mit Lederkluft, Sonnenbrille und einer netten Pyro-Einlage brettert das Spaßprojekt des Dimmu Borgir-Stars Shagrath standesgemäß mit ‘Breathe Easy’ los. Bei den folgenden ‘Wine Of Sin’ und ‘Bulldogs Unleashed’ ist das Gaspedal bis zum Anschlag durchgedrückt, was sich auch den Rest des Abends nicht mehr ändern soll. Das letzte Album INFERNAL ROCK ETERNAL liegt ebenfalls schon eine Weile zurück, weshalb es die Herren auch gar nicht erst für nötig halten, hier irgendetwas promoten zu müssen. Gut so, denn so findet jedes der vier bisherigen Alben seine Berücksichtigung im herrlich ausgewogenen Set der Norweger. Besonders ältere Tracks der Kategorie ‘Raven Black Cadillac’ oder ‘Booze, Broads & Beelzebub’ orientieren sich nicht selten an den Rock’n’Roll-Veteranen von Motörhead, allerdings mit dem feinen Unterschied, dass Chrome Division eben noch um einiges mehr Feuer unterm Arsch haben als Altmeister Lemmy. Die rotzige Attitüde von Frontsau Shady Blue passt dabei natürlich wie der Biker aufs Bike. Da ist es nur logisch, dass die Meute bei der Bandhymne ‘Chrome Division’ lauthals mitgrölt und den vorderen Bereich in ein Meer aus Headbangern verwandelt.

Stark sind dagegen auch die etwas griffigeren Songs, wie der INFERNAL ROCK ETERNAL-Doppelpack ‘Endless Nights’ und ‘(She’s) Hot Tonight’. Wer bei all dem Rock’n’Roll-Pathos denkt, dass Shagrath als prominentester Vertreter der Truppe auch der Mittelpunkt des Geschehens ist, liegt völlig falsch. An der Klampfe hält sich der Dimmu Borgir-Sänger vornehm zurück und überlässt seinen Mitstreitern das Gepose. Besonders Lead-Gitarrist Kjell Aage Karlsen alias “Mr. Damage“ lässt sich das nicht zwei Mal sagen: Wie von der Tarantel gestochen prescht er immer wieder ins Zentrum der Bühne und feuert in bester Zakk Wylde-Manier seine präzisen und ultraschnellen Soli ab. Damit ist er eine wahre Bereicherung für die Band und hebt deren musikalisches Niveau nochmals merklich an. Gegen Ende des energiegeladenen Feuerwerks wird noch den Rock-Göttern von AC/DC mit ‘Whole Lotta Rosie’ gefrönt, bevor mit ‘Serial Killer’ der wilde Ritt zu Ende geht. Bleibt nur zu hoffen, dass man Chrome Division in dieser bestechenden Form noch öfter zu Gesicht bekommt.

Setlist Nighttrain:

  1. Nighttrain
  2. Arc Of Time
  3. Road To Nowhere
  4. Burn
  5. Wane Of The Moon
  6. Thommy Gun Part I
  7. Seven Sins
  8. No Guts No Glory

Setlist PhallaX:

  1. Parasite
  2. Little Things
  3. Hooray Harry
  4. Zacharias
  5. Elder
  6. Sanctimonious
  7. One Fine Day
  8. Dead And His Driver
  9. Trollinger

Setlist Chrome Division:

  1. Breathe Easy
  2. Wine Of Sin
  3. Bulldogs Unleashed
  4. Zombies & Monsters
  5. Chrome Division
  6. Raven Black Cadillac
  7. Fight
  8. Endless Nights
  9. (She’s) Hot Tonight
  10. Here Comes Another One
  11. Booze, Broads & Beelzebub
  12. Mr. Damage Guitar Solo
  13. Reaper On The Hunt
  14. Trouble With The Law
  15. Raise Your Flag
  16. Whole Lotta Rosie (AC/DC Cover)
  17. Serial Killer

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