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Im Pit bei: Five Finger Death Punch + Upon A Burning Body + Pop Evil

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Im Amiland längst eine Riesennummer, sind Five Finger Death Punch spätestens mit ihrem aktuellen Doppelschlag THE WRONG SIDE OF HEAVEN AND RIGHTEOUS SIDE OF HELL, VOLUME 1+2  nun auch hierzulande in aller Munde. Vergangenes Jahr waren die Herren noch als Support von Avenged Sevenfold in Europa unterwegs, jetzt setzen sie ihren Siegeszug mit einer Headliner-Tour fort und füllen die Hallen nach Belieben. Auch Stuttgart macht dabei keine Ausnahme, denn das LKA ist bereits beim Opener Pop Evil rappelvoll.

Von dem belanglosen Namen sollte man sich allerdings nicht irritieren lassen, der Fünfer aus Michigan spielt nämlich modernen Heavy Rock und passt damit ausgesprochen gut zum Hauptact des heutigen Abends – zumindest theoretisch. Praktisch sieht die Sache dann aber leider doch etwas anders aus: Zwar präsentiert sich die Band um Sänger Leigh Kakaty bei ihrer Stuttgart-Premiere routiniert und auch die eingängigen Songs animieren durchaus zum Mitnicken, auf Dauer wirkt das Gebotene jedoch zu eintönig um wirklich mitreißen zu können. Hinzu kommt ein sehr durchwachsener Sound, der es einem zusätzlich erschwert, jegliche Hooklines auszumachen. Für ein Mindestmaß an Abwechslung sorgen zumindest das Nu-Metal-lastige ‘Trenches‘ oder das balladeske ‘Torn To Pieces‘ aus der in Deutschland erst noch erscheinenden Platte ONYX. Mehr als ein Höflichkeitsklatschen ist aber auch hier nicht drin.

Was man dem Tontechniker bei Pop Evil noch mit einem zugedrückten Auge und viel Wohlwollen durchgehen lassen könnte, grenzt bei den folgenden Upon A Burning Body schon fast an Arbeitsverweigerung. Im schicken Dress hauen uns die Texas-Mafiosi erstmal ein herzliches “Welcome To The Family!“ um die Ohren. Das war es dann aber auch schon im Großen und Ganzen, was man von dem Sound-Brei vernehmen kann. Der Rest besteht aus einem mies abgenommenen Schlagzeug und dem unangenehmen Grundrauschen der Bass- und Gitarrenfraktion. Da können sich die quirligen Mannen ins Zeug legen wie sie wollen, ihren Breakdown-verseuchten Deathcore mitsamt ausgelutschter Hüpfeinlagen bringen sie unter diesen Voraussetzungen nicht an den Mann. Wobei allerdings auch daran gezweifelt werden darf, ob die recht limitierten Song-Zutaten bei besseren Ton-Verhältnissen für mehr Anklang gesorgt hätten. So lassen bei zunehmender Spieldauer nicht wenige die Familie Familie sein und gönnen sich ein Zigarettchen an der frischen Luft. Highlight des Auftritts: Das akustische Intermezzo ‘El Mariachi‘ – vom Band natürlich.

Pünktlich um 22Uhr legen dann mit Five Finger Death Punch die unangefochtenen Headliner des Abends los. Und siehe da, zur Freude aller Anwesenden dröhnt der Dicke-Eier-Metal der Amis nun deutlich druckvoller und ausdifferenzierter aus den Boxen. Der fulminante Start mit dem Hit-Dreierpack ‘Under And Over It‘, ‘Burn It Down’ und ‘Hard To See’ wird dementsprechend frenetisch gefeiert, die FFDP-Sprechchöre lassen nicht lange auf sich warten. Weiter geht es mit der Halford-Single ‘Lift Me Up‘ und dem bärenstarken Cover von ‘Bad Company‘. Besonders Sänger Ivan “Ghost“ Moody ist heute in bestechender Form. Im Deutschland-Trikot hat er ohnehin schon alle Sympathiepunkte auf seiner Seite, sein energisches Auftreten und die makellose Gesangsleistung setzen dem Ganzen aber noch eins drauf. Bei ‘Burn MF‘ holt er sich sogar die mehr oder weniger tatkräftige Unterstützung eines kleinen Jungen aus dem Publikum. Dieser scheint mit der Situation jedoch ein wenig überfordert zu sein. Aber wer will es ihm schon verübeln? In so jungen Jahren geht das böse MF-Wort vor 1.800 Leuten eben nicht ganz so leicht über die Lippen. Bejubelt wird der Nachwuchs-Metaller trotzdem lautstark. So weit, so gut.

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Danach drücken die Totschläger erstmal ordentlich auf die Bremse. Mit ‘Coming Down‘, ‘Remember Everything‘ und der aktuellen Single ‘Battle Born‘ folgen gleich drei langsamere Stücke, die zwar an für sich alles andere als Lückenfüller sind, aber der bis dato ausgelassenen Stimmung doch einen kleine Knacks verpassen. Das wäre ja alles kein Problem, wenn die Band danach wieder an die Abrissbirnen des ersten Drittels anschließen könnte, doch genau daran scheitern Five Finger Death Punch.

Nach der überlangen Verschnaufpause kommen die halbgaren ‘Here To Die‘ oder ‘Mama Said Knock You Out‘ einfach nicht mehr an das Anfangsniveau heran. Dabei hätten sie mit alten Krachern der Marke ‘Ashes‘, ‘Dying Breed‘ oder ‘Back For More‘ sicherlich noch das ein oder andere Eisen aus dem Feuer holen können. So aber verabschieden sie sich aber mit einer kurzen A Capella-Version von ‘Far From Home‘ und ihrer Hass-Ballade Nummer eins ‘The Bleeding‘ nach nicht einmal 70 Minuten von der Bühne. Alles in allem bleibt ein starker, aber eben – aufgrund der fehlenden Puste am Ende – nicht überragender Auftritt einer Band, die ihren Status in Europa erst noch festigen muss.

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