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Kreator-Interview: Mit Alt mach Neu

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Auf seine Art und Weise ist s 13. Album sicherlich eine Rückbesinnung. Gewiss aber keine auf die Anfangstage der Band. Vielmehr konzentriert sich der Vierer auf das, was er seit der neuesten Bandzeitrechnung 2001 (VIOLENT REVOLUTION) immer gemacht hat: Große Alben mit großen Songs abliefern. Das weiß auch Mille. Und es verwundert nicht, wenn der Frontmann seine Antworten mit gefestigtem Selbstbewusstsein proklamiert. Schließlich tut er das völlig zu Recht. 

Euer Label zitiert dich mit „It will blow everything away the ‘Big Four’ have released in the past few years! Prepare to get your face ripped off!“. (Mille lacht beim Vorlesen des Zitats) Ist das nur medientechnisches Säbelrasseln oder bist du von PHANTOM ANTICHRIST wirklich so überzeugt, dass die Big Four abdanken können?

Es ist immer schwierig. Ich bin jetzt wirklich nicht der Typ, der Eigenlob betreibt, sondern eher Understatement. Aber ich muss mich nicht vor dem verstecken, was „The Big Four“ in den letzten Jahren gemacht haben. Dazu stehe ich.

Wenn ich so an die letzten Anthrax- oder Megadeth-Alben denke…

Eben. Okay, die letzte Slayer-Scheibe war gut, aber bei der neuen Megadeth, da schlafen mir nach drei Songs die Füße ein. Und Metallica sind auf einem guten Weg, wenn sie für das neue Album einen besseren Produzenten nehmen. Dann kann das noch mal was werden. Damit man das jetzt aber nicht in den falschen Hals kriegt: Generell habe ich den größten Respekt vor den „Big Four“. Gut, die eine oder andere Band aus diesem Quartett finde ich nicht so toll, aber ohne Slayer, Metallica und Megadeth würde es auch Kreator nicht geben. Diese Bands haben mein Leben total beeinflusst. Generell bin ich der Meinung, dass man immer alles geben muss. Ich habe auch schon von einem Kollegen gehört, dass ich den Thrash Metal zu ernst nehme. Gut, ich weiß nicht, was ich ernster nehme sollte, wenn nicht das. Ich mache mir eben um die Dinge, die meine Band betreffen, viele Gedanken. Und ich möchte auf keinen Fall ein Album rausbringen, das irgendwie egal ist. Klar will man, dass das Album knallt und viele Leute es hören, aber nicht um jeden Preis. Die Leute müssen sich auf Kreator einstellen, nicht wir uns auf die Leute.

Den Schritt von HORDES OF CHAOS mit einer analogen Albumproduktion unter Livebedingungen beim eigentlichen Pop-Produzenten Moses Schneider zum neuen Werk unter der Ägide von Jens Bogren (unter anderem Amon Amarth) kann man durchaus als groß bezeichnen. Wie kamst du zu dem Entschluss, mit Jens zusammenarbeiten zu wollen?

Zunächst muss ich klarstellen, dass auch PHANTOM ANTICHRIST analog aufgenommen wurde. Als wir die Songs fertig gestellt hatten, haben wir gemerkt, dass es sehr, sehr aufwändig wenn nicht sogar unmöglich werden würde, sie live zusammen einzuspielen. Bei HORDES OF CHAOS war das zum Teil bereits hart an der Grenze. Jens fand aber das Sound-Ergebnis von eben jenem Album super und meinte, dass wir uns daran orientieren sollen. Das haben wir insofern auch, als dass wir die Songs zu viert eingespielt haben, aber lediglich Schlagzeug und Bass aufgenommen wurden. Da wir einen speziellen Gitarrensound wollten, der voller Hass und Brutalität ist, mussten wir die Gitarren punktgenau einspielen, da sonst das Ergebnis nicht so ausgefallen wäre, wie wir uns das vorgestellt hatten. Das geht nur mit Overdubs. Jens ist meiner Meinung nach der beste Metal-Produzent zurzeit, und wir lagen von Anfang an auf einer Wellenlänge.

Bei einem Albumtitel wie PHANTOM ANTICHRIST müssen wir natürlich über den Hintergrund sprechen. Ein starker Titel. Einprägsam, gleichzeitig nicht klischeebeladen und dennoch mit viel Potenz. Wer oder was ist „Phantom Antichrist“?

Inspiriert wurde der Song durch die Nachricht, dass Osama Bin Laden geschnappt und sein Leichnam im Meer versenkt wurde. Es hieß, dass das aus religiösen Gründen getan wurde. Mit ein bisschen Recherche findet man jedoch heraus, dass in der muslimischen Welt Seebestattungen nicht existent sind. Ich habe mir dann auch die Frage gestellt, ob es Osama Bin Laden als reale Person überhaupt gegeben hat. So bin ich auf den Titel gekommen. Der Song selbst handelt aber nicht von Bin Laden, sondern beschreibt eine phantastische Figur, welche die ganze Welt zerstört und neu aufbaut. In dieser neuen Welt existiert keine Angst, weil letztendlich sie es ist, die den Menschen kontrolliert. Daraus resultiert auch dessen Suche nach Religion, um seine Fragen von ihr beantwortet zu bekommen. Ich habe die Utopie, dass alle Religionen endlich obsolet sind und abgeschafft werden. Das wäre für mich ein Schritt in die Zukunft. Ich weiß aber auch, dass das eine gewagte These ist, zumal viele Menschen ohne ihre Religion nicht leben können.

Noch mehr von und dem neuen Album PHANTOM ANTICHRIST könnt ihr in der ausführlichen Geschichte in unserer Juni-Ausgabe lesen.

Das Heft kann einzeln und innerhalb von Deutschland für 8,90 Euro (inkl. Porto) per Post bestellt werden. Einfach eine Mail mit dem Betreff „Einzelheft Metal Hammer 06/12“ an einzelheft@metal-hammer.de schicken.

Generell können natürlich alle Hefte auch einzeln nachbestellt werden – alle Infos dazu findet ihr unter www.metal-hammer.de/einzelheft.

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