Am 16. Januar haben Kreator mit KRUSHERS OF THE WORLD (hier Review lesen) ihr 16. Studioalbum veröffentlicht. Kaum verwunderlich, dass die deutschen Thrash Metal-Titanen damit das Genre nachhaltig geprägt haben. Doch wie Frontmann Mille Petrozza nun in einem Interview erklärte, fühle er sich zunehmend von dieser Spielart gelangweilt. Das hat einen bestimmten Grund, wie er ausführte. Mit Kreator versuche er deshalb, der störenden Entwicklung entgegenzusteuern.
Kein Stillstand
Kreator haben im Lauf ihrer inzwischen mehr als 40 Jahre währenden Karriere immer wieder die Grenzen den Thrash Metal ausgelotet. Waren die Anfangstage mit ENDLESS PAIN (1985) und PLEASURE TO KILL (1986) noch prägend für den frühen Black Metal, hat man sich in den Neunzigern auf teils Industrial Metal-artige Wege begeben (RENEWAL, 1992) oder fischte in Gothic Metal-Gefilden (ENDORAMA, 1999).
Jüngere Veröffentlichungen wie GODS OF VIOLENCE (2017) oder HATE ÜBER ALLES (2022) setzten den Schwerpunkt hingegen auf eine äußerst melodische Spielart des Thrash Metal. Die stetige Weiterentwicklung sowie der Blick über den stilistischen Tellerrand hinaus haben Kalkül, wie Kreator-Boss Mille Petrozza gegenüber der Plattform Metal Global erklärte.
„Wenn man sich einige der aktuellen Alben anhört, hat man manchmal das Gefühl, dass die Leute krampfhaft versuchen, den Old School-Sound wiederzubeleben, aber wir leben nicht in den Achtzigern“, sagte Petrozza. „Wir können natürlich Einflüsse aus den Achtzigern haben, aber ich wäre ziemlich enttäuscht, wenn wir ein Album machen müssten, das von Anfang bis Ende nur Thrash ist. Bei früheren Alben war das nicht so. Es gab immer ein gewisses Gleichgewicht.“
Natürlich – so Petrozza – sei es durchaus verständlich, dass sich einige Fans wünschen, ihre Lieblings-Bands würden wieder wie zu ihren jeweiligen Hochzeiten klingen. „Ich verstehe das emotional, denn wenn man sich für Musik begeistert und ein Musik-Nerd ist, dreht sich alles um Emotionen, um die Musik, um wunderschöne Harmonien, Beats, die Einheit und alles, was Metal ausmacht“, so der Musiker. „Und es ist wunderschön. Es ist fantastisch. Aber die alten Zeiten sind vorbei.“
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