Das komplette Special über Kylla Custom Rock Wear findet ihr in der METAL HAMMER-Aprilausgabe 2026, erhältlich am Kiosk oder indem ihr das Heft bequem nach Hause bestellt. Noch einfacher und günstiger geht’s im Abo!
METAL HAMMER: Kim, du hast Kylla Custom Rock Wear 2012 als Marke für Metal-Künstler, Wrestler und andere Kunden gegründet. Was war deine anfängliche Idee und Mission?
Kim Dylla: Eigentlich habe ich als Musikerin angefangen, die ihre Bühnenausrüstung selbst fertigt. Ich habe viele Freunde in größeren Bands, die mich baten, Kleidung für sie zu entwerfen. Bald entwickelte sich das Ganze zur Lawine. Ich gab meinen Job in der Wissenschaft auf und widmete mich ganz dieser Tätigkeit. Anfangs kamen die Leute vor allem deshalb zu mir, weil es kaum interessante Mode für Metal-Musiker gab – ich füllte eine Marktlücke. Als tourende Musikerin weiß ich auch, was man auf der Bühne nicht tragen sollte. Meine Mission ist, jedem meiner Kunden durch Kleidung das Gefühl zu geben, ein Rock-Star zu sein – egal, ob er in Bars oder Arenen auftritt!
MH: Wie sahen deine ersten Schritte in dieser alternativen Modewelt aus, und mit welchen Herausforderungen warst du konfrontiert?
KD: Die größte Herausforderung bestand darin, Grenzen zu setzen. Einige Leute nehmen sich gegenüber Modekünstlern und Handwerkern viele Freiheiten heraus, wollen mit ihrer Öffentlichkeit bezahlen oder verlangen in letzter Minute Dinge, deren händische Herstellung Wochen dauert – auf Kosten meiner Gesundheit und anderer Kunden, die geduldig warten. Tourneen werden nicht zwei Wochen im Voraus gebucht – ich weiß nicht, warum Leute erwarten, dass Kostüme so kurzfristig angefertigt werden! Damit kämpfe ich immer noch sowie auch mit der Tatsache, dass sich schwer abschätzen lässt, wie lange die Herstellung tatsächlich dauert, da jedes Stück einzigartig und anders ist.
Grenzen setzen
Jedes neue Outfit ist eine Herausforderung, aber ich werde besser darin, Grenzen zu setzen und nicht „Werbung als Bezahlung“ zu akzeptieren. Ein verbreitetes Problem in der Modewelt ist auch, dass tolle Looks schnell kopiert werden. Ich habe gelernt, das als Kompliment zu betrachten. Nicht cool ist es, wenn Leute meine Fotos stehlen und Kopien meiner Arbeit verkaufen – das passiert uns allen mit Fast-Fashion-Websites im Ausland, mir aber auch mit einigen meiner bekannteren, für die WWE angefertigten Stücke. Ich bekämpfe das durch miese Fotos, die niemand stehlen will!
MH: Bis heute hast du Künstler aus über 70 Ländern ausgestattet. Wer war dein erster Kunde?
KD: Mein erster Kunde war mein lieber verstorbener Freund Joey Jordison. Wir haben die gleiche Größe, und er lieh sich meine für mich selbst kreierte, maßgeschneiderte Jacke, um sie auf der Bühne mit Murderdolls, Rob Zombie und bei einigen Preisverleihungen mit Slipknot zu tragen. Ich habe ihm einige weitere Jacken angefertigt, um meine zurückzubekommen, doch dazu kam es nie. (lacht)
Wahrhaftigste Kunst
MH: Welche deiner Outfits für Metal-Künstler gefallen dir selbst am besten?
KD: Ich schwanke zwischen zwei Outfits – den Klamotten, die ich für King Diamonds „Abigail“-Tournee designt habe, und der für Enslaved angefertigten FROST-Garderobe. Ich bin Metal-Fan der alten Schule, höre gerne Alben und erinnere mich gut an meine Reaktion, als ich diese beiden Werke zum ersten Mal hörte. Es war eine große Ehre, von diesen Bands beauftragt zu werden, Outfits für diese Tourneen zu entwerfen und meine Vision ihrer Alben zum Leben zu erwecken! Mich fordert es heraus, Bühnen-Outfits zu entwerfen, die Elemente meiner Vorstellung beim Hören eines Albums enthalten, auf der Bühne aber mehr wie Kleidung als Kostüme wirken.
In all den Stücken finden sich kleine „Easter Egg“-Details, etwa Siegel in Leder in der Garderobe von King Diamond oder Schnitzereien aus der Wikingerzeit in den Enslaved-Outfits. Die Fertigung einer ganzen Albumgarderobe fühlt sich für mich wie die wahrhaftigste Kunst an, die das Kreieren von Bühnen-Outfits bietet.
Welche speziellen Anekdoten über Metal-Musiker Kim zu bieten hat, wie lange die Herstellung von speziellen Outfits dauert und welche Bedeutung Bühnenkleidung generell hat, lest ihr in der METAL HAMMER-Aprilausgabe 2026, erhältlich am Kiosk oder indem ihr das Heft bequem nach Hause bestellt. Noch einfacher und günstiger geht’s im Abo!
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