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Mastodon + Totimoshi live

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Rüsseltierinvasion im Hamburger Grünspan: Die Prog-Metal-Visionäre Mastodon laden zur bewusstseinserweiternden Audio-Ekstase – Fans vertrackter Stromgitarrenklänge können da kaum widerstehen.

Einen Support haben die Amis auch am Start – und man fragt sich schon ein wenig, welche Band überhaupt zu Mastodons skurrilen Sound-Orgasmen passen könnte. Enter: Totimoshi, ein rockendes Trio von der Ostküste, denen anscheinend vorher niemand gesagt hat, dass ihr Name im Deutschen lautmalerisch wenig schmeichelhafte Assoziationen hervorruft – von denen „leblose Headbanger“ noch die harmlosere Variante ist. Bei diesem gräulichen Band-Namen kann ja nichts Vernünftiges rumkommen, denkt man und wundert sich schließlich, dass die drei ein groovig-rotziges Rock-Set in die Halle donnern, das zwar etwas eintönig ist, musikalisch aber durchaus gefällt. Die Menge sieht’s ähnlich und honoriert den Auftritt mit erstaunlich kräftigem Applaus.

Derart warmgegroovt können die Mastodonten nun kommen – und sie kommen gewaltig: Mit dem Opener ihres aktuellen Werks CRACK THE SKYE, das im vergangenen Jahr mal wieder die musikalische Einzigartigkeit dieser faszinierenden Band unter Beweis stellte, eröffnen sie den wilden Reigen und belegen, warum sie zu Recht einen Grammy für die beste Metal-Performance in der Vitrine stehen haben. Schnell wird klar, dass die vier potenziellen Haar-Models an diesem Abend ihr Konzeptalbum chronologisch von „Oblivion“ bis „The Last Baron“ durchspielen – wie es sich für ein Konzeptalbum eigentlich auch gehört.

Kommen Troy Sanders (Bass, Gesang) und Zottellocke Brent Hinds (Gitarre, Gesang) anfangs stimmlich kaum gegen ihr selbst produziertes Kakophonie-Brett an, wird der Sound glücklicherweise nach den ersten Songs besser und entwickelt schließlich Referenz-Charakter. Während das Moshpit brodelt und analog zu den Riff-Eruptionen explodiert, beweisen Mastodon auf der Bühne ihre große musikalische Klasse und lenken mit einer aufs Wesentliche beschränkten Performance die Aufmerksamkeit auf ihre Prog-Granaten, die durch ein im Hintergrund ablaufendes Filmchen optisch veredelt werden.

Ist die Live-Adaption von CRACK THE SKYE bereits ein Kracher, legen die abschließenden sechs Songs aus der restlichen Diskografie noch einmal eine Schippe drauf und torpedieren den Saal in eine andere Dimension: Diese letzten 20 Minuten des phänomenalen Gigs gehören zum Besten, was man im Grünspan je vernommen hat. Nach nur 70 Minuten ist der Wahnsinn dann leider ziemlich abrupt vorbei – aber man soll ja immer dann aufhören, wenn’s am Schönsten ist.

Setlist Mastodon:
Oblivion
Divinations
Quintessence
The Czar
Ghost Of Karellia
Crack The Skye
The Last Baron
Circle Of Cysquatch
Aqua Dementia
Where Strides The Behemoth
Mother Puncher
Iron Tusk
March Of The Fire Ants

 

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