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Metal-Clubs: Darum rockt die Rockfabrik Ludwigsburg

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Der ehemalige Running Wild-Schlagzeuger Wolfgang „Hasche“ Hagemann (55) ist immer noch gern in der Rockfabrik. Hier, in einem Industriegebiet unweit der Ludwigsburger City und nahe der Autobahn, regiert das Riff seit 1983 mit eiserner Allmacht. Legendäre Konzerte oder Aftershowpartys von und mit Motörhead sind nur das eine, unvergessen auch das ikonische MASTER OF PUPPETS-Band-Foto mit Kirk Hammett im Rockfabrik-Shirt. Das ist aber nur eine Seite, weiß Geschäftsführer Hagemann: Vor allem ist die Rofa seit über 30 Jahren der Treffpunkt für die Rock- und Metal-Szene dieser Region – und das schon zu Zeiten, als harte Töne in einer großen Discothek undenkbar waren. Heute bietet die Rockfabrik auf drei Floors alles, was das harte Herz begehrt; Café und Restaurant inklusive.

Markus Staiger verkaufte einst vor deinem Laden aus dem Kofferraum seines Autos die ersten Platten, heute führt er das größte Metal-Label aller Zeiten. Schaut er hin und wieder vorbei?

Na sicher, wir pflegen einen sehr freundschaftlichen Kontakt und bequatschen immer viele private Dinge. So selten man sich mittlerweile auch sieht – die Beziehung ist sehr eng und ich erinnere mich noch gerne daran, wie der junge Markus hier seine Platten vertickt hat.

Die Rofa gibt es seit 1983, du bist seit 1987 dabei. Was waren denn wichtige Meilensteine auf dem Weg ins Heute?

Allein das Konzept für einen Laden dieser Größenordnung war 1983 etwas Unvorstellbares. Auch die Idee, dass man jeden Tag eine andere Art von Rock-Musik spielt und sogar Konzerte veranstaltet, war schlicht einzigartig. Die Rofa hatte von Anfang an Rundgänge und keine Sackgassen, einen Licht-Jockey, ein Bistro, schallberuhigte Zonen, in denen man sich unterhalten konnte, eine gewaltige Spielhalle – ein Gesamtpaket eben, das hat dem Laden sofort einen Wohlfühl-Stempel aufgedrückt. Zudem darf man nicht vergessen, dass in den letzten 33 Jahren immer wieder an- und umgebaut wurde. Wir haben stets nach neuen Trends Ausschau gehalten und das Programm entsprechend angepasst. Aber es ist ja auch wirklich so, dass bei den Rock-Fans eine größere Treue herrscht als in anderen Musikrichtungen. Wir haben Besucher, die seit zwanzig oder 30 Jahren bei uns zu Gast sind, teilweise sind schon deren Kinder im Haus. Stärker geht’s ja wohl nicht.

Und wo lagen die größten Schwierigkeiten?

Schwierigkeiten kommen immer mal vor, aber wir geben uns stets die größte Mühe, dass unsere Besucher das nicht mitbekommen. Wie alle anderen Clubs war natürlich auch die Rofa vom Geburtenrückgang der Siebziger und Achtziger betroffen. Gleichzeitig gibt es mehr Läden als noch vor 30 Jahren. Ein wenig besorgt blicken wir auch auf die Lieblingsmusik der Heranwachsenden, von denen heute deutlich weniger Rock-Musik hören als damals. Und bei einer Großraumdiscothek wie der unseren -dauert es eben eine ganze Weile, bis der Laden voll ist.

War die Nähe zu Stuttgart jemals ein Problem?

Man braucht diese Nähe doch, damit die Leute kommen. Der Standort hier ist perfekt, Ludwigsburg als mittelgroße Stadt, Stuttgart eine Viertelstunde mit dem Auto entfernt, massig beleuchtete Parkplätze und kein langer Weg zur S-Bahn. Versuch mal, in Stuttgart einen Parkplatz in unmittelbarer Club-Nähe zu bekommen.

Wie unterscheidet sich die Rofa von anderen Clubs?

Wir sind innovativer und haben einfach mehr Erfahrung. Wir sind mittlerweile relativ alte Rock-Säcke, muss man fast schon sagen. Wir haben unheimlich viel mitgemacht und erlebt, wir alle lieben diese Musik bis heute. Damals wie heute wollen wir etwas für diese Musik tun und eben nicht in erster Linie Geld verdienen. Mit dem Club-Betrieb finanzieren wir außerdem die Live-Konzerte. Das war damals noch anders, als Bands wie Metallica, Iron Maiden, Manowar, Mötley Crüe oder, in jüngerer Vergangenheit, auch Volbeat oder Sabaton mit 150 Zuschauern vor ihrem Durchbruch bei uns gastierten. Oh, und ganz zu schweigen von den ersten nationalen Nachwuchs-Festivals, welche die Rofa gemeinsam mit METAL HAMMER 1988 ins Leben gerufen hat. So etwas vergessen auch die Gäste nicht.

Wie würdest du die Philosophie des Ladens beschreiben?

Aus Liebe zur Musik. Mehr gibt es dazu tatsächlich nicht zu sagen.


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