Mit der Harley nach Wacken

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Harley-Davidson und Heavy Metal gehören zusammen wie Met und Horn. Was liegt also näher, als mit der Harley im Konvoi zum Metal Mekka in Wacken zu fahren? 3×2 Glückliche haben diesen Roadtrip bei Harley-Davidson und METAL HAMMER gewonnen – es ist der wohl lauteste Roadtrip des Jahres.

Noch ist es ruhig und entspannt in der oval angelegten Western City am Ederstausee. Ein paar Familien mit Fahrrädern am Auto sitzen vor ihren stilecht aus Holz gebauten Ranch-Hütten und genießen den lauen Abend. Bis die Maximum Metal Roadcrew einfährt! Elf Harleys röhren durch die Einfahrt, drehen die Ehrenrunde an allen Häusern vorbei und reihen sich nebeneinander vor dem zentralen Gebäude auf. Habe nur ich gerade Pantera im Kopf? „You see us comin’ and you altogether run for cover – we’re taking over this town!“

Ein paar Stunden zuvor. Treffpunkt Harley-Davidson Factory in Frankfurt am Main. Chef Thomas erzählt aus der langen Historie, vom Harley-Lifestyle und von den Eigenarten eines typischen Harley-Davidson-Roadtrip. Auf genau so einen Roadtrip wird die Gruppe gehen. Das Ziel: Wacken! Auf dem Weg sollen möglichst viele Kurven gefahren und Harley-Dealer angesteuert werden, denn beides gehört zu einem Roadtrip. Vor der Tür stehen die Maschinen – gesattelt und abfahrbereit: Road Glide, Street Glide, Low Rider, Heritage, Sportster und noch ein paar mehr. Die Augen strahlen, die Ohren feiern, als endlich die Motoren angelassen werden und die Crew im Konvoi vom Hof fährt – angeführt von Stephan, Road Captain des Chapter Mainhattan.

 

Auf Stressabbau folgt Euphorie

Nach Stop and Go in Frankfurt, ersten Erfahrungen im Kolonnefahren, den ersten Kurven und Steigungen auf der Landstraße groovt die Crew sich ein. Die schweren Maschinen werden vertraut. Der erste Halt dient noch dem Stressabbau, der zweite ist Euphorie-Outlet. „Was für einen geilen Sound die Low Rider mit diesem Auspuff hat!“„Krass, wie tief man die Road Glide drücken kann!“„Ich stehe total auf die Anlagen in euren Bikes – spürt man selbst, wenn man nur in der Nähe fährt!“ Was für ein geiler Tag, der stilecht bei Burgern und Bier in der Western City zu Ende geht.

Tag 2 startet mit Nebel und leichtem Niesel. Wird es heute ungemütlich und vielleicht sogar rutschig? Erst mal aussitzen und vor den Hütten noch einen Kaffee trinken. Bald verzieht sich der Nebel, es wird warm, der blaue Himmel spendiert eine perfekte Kulisse für die nächsten Foto- und Videoshots. Eine kleine Uferstraße fahren wir mehrmals. Weil sie so pittoresk ist? Oder weil ein digitales Schild Motorräder prinzipiell mit „leiser“ grüßt? Ein Schelm wer da einen Zusammenhang sieht…

Es wird heiß. Die Straßen bleiben ein Traum aus Kurven, nur wenigen Dörfern und diversem Hoch und Runter. Wie gut, dass alle ihre Maschinen mittlerweile kennen und im Griff haben, denn die eine oder andere Umleitung wird dann doch ziemlich eng und steil. Macht nichts, denn es schwitzen eh schon alle. Nach den beiden Dealern gestern wird heute ein ganz besonderer in Braunschweig angesteuert. Dort steht unter anderem eine alte Knucklehead aus den 40ern, die sogar noch fahrtüchtig ist. Bei der Vorführung auf dem Hof werden auch bei den härtesten Bikern die Augen feucht.

Abends schiebt sich dann das Ziel des Trips mehr in die Gespräche. Die ersten Bilder vom Festival-Gelände kommen durch die Socials, Geschichten werden ausgetauscht – für manche ist es das erste Mal beim Metal-Mekka. Im Restaurant gibt es Kölsch, also erst mal Kränze bestellen. Nicht alle wissen, was es damit auf sich hat, was aber schnell erklärt ist. Man soll auf so einer Reise ja auch kulturell etwas lernen.

 

Bärchenmasse

Der letzte Tag ist noch heißer als die vorherigen. Die Haribo-Wacken-Bärchen sind in den Cases der Maschinen längst zu einer großen Masse verschmolzen. Auch wir schmelzen vor uns hin. Also kurze Pause im Schatten. Obwohl wir den Parkplatz fast komplett dicht machen, traut sich ein Pkw zwischen uns. Es ist ein Notfall – der Fahrer muss dringend eine rauchen und hat vorher nirgendwo Schatten gefunden. Als er das Ziel unserer Reise hört, kommt gleich die Fachfrage, ob freitags noch die Feuerwehr spiele. Der Mann kennt sich aus und bietet seiner Frau an, noch „die harte Seite von Johnny“ anzumachen. Sie scheint wenig begeistert, wünscht uns aber mehrmals gute Reise. Wir sollen den alten Bauern grüßen.

Der Bauer, der Acker, das neue Mittwochsprogramm. Es wird Zeit, dass wir ankommen. Elbfähre, Innenstadtstress in Hamburg, letzter Dealer der Tour – dann geht es auf die finale Etappe. Und die endet am Metaller-Traumziel: dem Wacken Open Air. Was ein Hallo, als die Bikes mit ordentlich Motorenbass und Boxen-Sound am Campground ankommen. Der lauteste Roadtrip des Jahres geht zu Ende – das Festival-Wochenende geht gerade erst los. Mit der stilvollsten Anreise, die man sich nur wünschen kann.

Tobias Gerber
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Powerwolf: Mehr ist mehr

Powerwolf-Sänger Attila Dorn und -Organist Falk Maria Schlegel weihen uns in die Besonderheiten und das Konzept ihrer eindrucksvollen Darbietung ein. Das Streaming-Event war kein typisches Konzert – es gab kein Publikum. Für Powerwolf ist das eine ungewohnte Situation, vor allem, da ihr eine sehr interaktive Band seid. Wie habt ihr das erlebt? Falk Maria Schlegel: Wir sehen es als eine Art Film- oder Theateraufführung an, basierend auf der visuellen Welt von Powerwolf. Es ist kein klassisches Konzert; wir haben eher versucht, eine eigene Kunstform zu erschaffen. Ein klassisches Theaterstück hat mit der von Powerwolf bekannten Liveshow nicht viel gemein, die…
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