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Motörhead-Review: MARCH ÖR DIE (1992)

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Neues Management, neuer Drummer, altes Leiden: zu wenig Zeit für die ganz großen Nummern. MARCH ÖR DIE verfolgte zwar ähnliche Ansätze wie das auch seitens der Presse hoch gelobte 1916, wirkt aber im direkten Vergleich wie eine B-Seiten-Variante seines Vorgängers. Schon das Titelstück ergießt sich knappe sechs Minuten in schier endlosen Experimental-Passagen, dazu rocken auch die fetzigeren Stücke (Ausnahme: das mit cooler Rhythmik ausgestattete ‘Bad Religion’) nur halbgar. Bezeichnenderweise sind es eine Ballade und ein Cover, die MARCH ÖR DIE mehrheitlich über Wasser halten. Die in Kooperation mit Ozzy und Slash eingespielte Single ‘Ain’t No Nice Guy’ schließt musikalisch an den Guns N’ Roses-Softie ‘Patience’ an, passt aber bezüglich der Attitüde und des selbstironischen Texts besser zu Lemmy als die Vorgängerballade ‘Love Me Forever’. Mit ‘Cat Scratch Fever’ messen sich Motörhead zudem mit Ted Nugent.

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Auf Anregung des Labels sollte ein Rock-Klassiker neu eingespielt werden. Eigentlich müsste man glauben, dass die beiden Urgesteine bezüglich ihrer zügellosen politischen Unkorrektheit wunderbar miteinander auskommen sollten. „Der Song ist einfach gut, ich habe mit Ted Nugent nichts zu tun“, definiert Lemmy sein Verhältnis zu dem Gitarristen aus Detroit. „Es ist mir egal, ob er tot oder lebendig ist. Unsere Version von ‘Cat Scratch Fever’ schlägt seine locker aus dem Ring.“ Dennoch konnte MARCH ÖR DIE nicht die Erfolgsgeschichte von 1916 (für die Motörhead ihre erste Grammy-Nominierung erhalten hatten) weiterschreiben und stellte für die Band eher einen kreativen Rück- als Fortschritt dar.

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Zum Todestag: Vor zehn Jahren starb Lemmy Kilmister

Randnotiz: Alle im Artikel verwendeten Zwischenüberschriften sind Song-Titel von Motörhead, die nicht nur gewissermaßen zum zugehörigen Textabschnitt passen, sondern in die ihr im Gedenken reinhören könnt. Trat Lemmy vor die Tür seiner bescheidenen Wohnung in der Harratt Street, West Hollywood, brauchte er nur wenige Schritte zu seinem alteingesessenen Platz im Rainbow Bar & Grill, Lemmys Stammlokal und zweites Zuhause am Sunset Strip. Dort, wo Musiker und ihr Gefolge, Stars und ihre Groupies seit 1972 exzessive Partys schmeißen, verbrachte Lemmy jeden einzelnen seiner freien Abende: "Wenn er nicht hier war, war er auf Tournee", erinnerte sich Mike Weber, Manager der Bar.…
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