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Neue Ära: Streaming fließt in Album-Charts ein

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Musik wird heute nicht mehr nur von Schallplatte oder CD gehört, sondern auch online über Streaming-Dienste wie Spotify oder Napster konsumiert. Ab Freitag fließen auch diese Zahlen in die Wertung der Offiziellen Deutschen Album-Charts ein. Diese kamen bisher ausschließlich aus physischen Tonträger-Verkäufen und digitalen Downloads zustande. In den Single-Charts wird gestreamte Musik bereits seit dem Jahr 2014 miteinberechnet. Die Neuerung gilt auch für Compilation-, HipHop-, Schlager-, Comedy-, Klassik- und Jazz-Charts.

Bedingungen für die Wertung

Folgende Bedingungen müssen erfüllt sein, damit gestreamte Musik in den Offiziellen Deutschen Album-Charts gewertet wird:

  • Streams aus bezahlten Premium-Angeboten (ein über Werbung finanzierter Standard-Account bei Spotify zählt nicht, fließt jedoch in die Offiziellen Deutschen Streaming-Charts mit ein, die bereits seit 2012 separat erhoben werden)
  • Streams von mehr als 30 Sekunden
  • keine Video-Streams
  • Streams folgender Anbieter: Apple Music, Deezer, Google Play Music, Juke, Microsoft Groove, Napster, Qobuz, Spotify, WIMP/Tidal

Laut Dr. Florian Drücke, Geschäftsführer des Bundesverband Musikindustrie e.V., habe Streaming im vergangenen Jahr einen neuen Wachstumsrekord hingelegt und mache in Deutschland fast 14 Prozent der Umsätze aus. Ein nicht gerade geringer Prozentsatz, den die Offiziellen Deutschen Charts nun verständlicherweise in ihre Wertung einbeziehen – zumal die Streaming-Prognose für die kommenden Jahre positiv ausfällt: „Streaming hat den Durchbruch im Musikmarkt dauerhaft geschafft“, meint Dr. Mathias Giloth (Geschäftsführer GfK Entertainment, die die Charts erhebt), und legt Zahlen nach: „Ende 2015 wurden in Deutschland täglich bis zu 100 Millionen Musik-Streams gezählt – doppelt so viele wie im Vorjahr. Angesichts dieser Zahlen ist die Streaming-Einbindung in die Offiziellen Deutschen Album-Charts die logische Konsequenz. Wir sind gespannt, welchen Einfluss dieses Trendsegment auf den Album-Markt in Zukunft haben wird, dessen größte Säule immer noch die physischen Tonträger sind.“

Die Offiziellen Deutschen Charts

Die Offiziellen Deutschen Charts gelten als einzig repräsentative, vom Bundesverband Musikindustrie e.V. lizensierte Musik-Charts für Deutschland und werden von der GfK Entertainment ermittelt. Sie orientieren sich entgegen häufiger Vermutungen nicht an der Stückzahl verkaufter Einheiten, sondern am insgesamt zustande gekommenen Umsatz.

Im Moment erhebt die GfK Entertainment folgende Charts:

  • Top 100 Album-Charts
  • Top 100 Single-Charts
  • Top 30 Compilation-Charts
  • Top 20 Klassik-Charts
  • Top 20 Schlager-Charts
  • Top 20 Jazz-Charts
  • Top 20 Musikvideo-Charts
  • Top 20 HipHop-Charts
  • Top 10 Comedy-Charts
  • Top 100 Download-Charts (Single und Album)
  • Top 100 Streaming-Charts
  • Daily Trend-Charts

Ob sich die Einbeziehung von Streams auf den zuletzt ansehnlichen Chart-Erfolg von Metalbands (man denke an die dreifache Pole Position von Motörhead, Slayer und Iron Maiden im Herbst 2015) auswirkt, ist eine spannende Frage. Wir werden die Entwicklung im Laufe des Jahres im Auge behalten.

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