Queens Of The Stone Age: Reise zum Mittelpunkt der Erde

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Knapp 700 Meter unter der Erde – eine alte Salz-Mine. Gute 300 Figuren sitzen in einem unterirdischen Saal mit grob abgefräßten Wänden. Sie alle tragen gelbe Helme und blaue Kittel, starren gebannt auf die Bühne.

Dort spielen die Queens Of The Stone Age ein exklusives Konzert. Semi-verzerrt, verschrobene Setlist, alte Röhren-Verstärker für den von der Location benötigen warmen Sound.

Nach 70 Minuten ist die Show vorbei.

120 Minuten nach der Show sitzt ein entspannter Josh Homme, Sänger, Gitarrist und Chef der Queens Of The Stone Age wieder über der Erde in einem geräumigen und luxuriösen Tour-Bus. Er spricht über das besondere Ereignis und versucht gar nicht erst, das Glänzen in seinen Augen zu verbergen.

Er ist noch immer begeistert…

METAL HAMMER:
Josh, du sagtest auf der Bühne, deine erste Reaktion auf den Vorschlag, hier im Salzbergwerk zu spielen, sei ein klares „auf gar keinen Fall“ gewesen wäre. War das wirklich so?

JOSH HOMME:
Nein, das war eher ein Witz. Wir wollten generell Konzerte in besonderen Locations spielen und suchten noch nach dem richtigen Ort dafür. Es sollten unvergessliche Konzerte werden.. Von der Plattenfirma kam dann der Vorschlag, hier im Bergwerk zu spielen – und das ist nun wirklich unvergesslich.

METAL HAMMER:
Werden diese Spezial-Konzerte mittlerweile wichtiger als die normalen Konzerte für euch? Ihr spielt momentan schließlich in Indie-Platten-Läden, Gitarren-Shops und ganz kurz sogar in einer Reha-Klinik.

JOSH HOMME:
Ja, das hat nicht so gut funktioniert (lacht.) [Sie stimmten als ersten Song ‘Feel Good Hit Of The Summer’ an, und wurden nach der Textzeile ‚Nicotine, Valium, Vicodin, Marijuana, Ecstasy and Alcohol‘ rausgeworfen.] Aber wir geben generell ziemlich viele akustische und halbakustische Konzerte, von denen kaum jemand weiß. Es sind immer nur kleine Location und wenig Leute. Es ist ein fester Teil mittlerweile.

METAL HAMMER:
Aber gewinnen sie an Gewichtung gegenüber den regulären Shows dazu?

JOSH HOMME:
Es gibt bei uns keinen jeden-Abend-Standard. Wir spielen immer verschiedene Sets und jeder Abend hat die Chance, etwas Klassisches zu werden. Musik ist doch immer die Suche nach dem klassischen Moment. Das besondere heute Abend war, dass man auf genau diesen Moment zusteuert und das schon vorher wusste. Heute Abend war ich ziemlich bewegt, was mich wieder darin bestärkt, auch weiterhin immer neues zu versuchen.

METAL HAMMER:
Wann hattest du das letzte Mal dieses Gefühl?

JOSH HOMME:
In Australien sind beim Big Day Out in Sydney 75.000 Leute und wir als Band zu einer einzigen Person geworden, jeglicher Abstand oder Distanz schmolz dahin.

METAL HAMMER:
Heute Abend gab es eine ganz besondere Setlist ohne die großen Hits. Warum?

JOSH HOMME:
Wir wollten definitiv ein Set spielen, dass zur Location passt. Da die Fans um Tickets zu gewinnen ziemlich harte Fragen beantworten mussten, wussten wir, dass es echte Fans sind, die auch die nicht so bekannten Songs gut kennen. Hätten wir nur die Hits gespielt, hätten wir diese Die Hard-Fans verarscht.

METAL HAMMER:
Was war deine schlimmste Sorge vor dem heutigen Gig?

JOSH HOMME:
Ich glaube, alle hatten die gleiche amorphe und undefinierbare Sorge, dass da unten irgendwas passieren könnte. Aber ich mag dieses Gefühl. Dieses Gefühl, dass man sterben könnte. Wirklich bewegende Momente haben immer etwas mit einem gewissen inhärenten Todeswunsch zu tun.

METAL HAMMER:
Die ganze Aktion lief unter dem Namen REISE ZUM MITTELPUNKT DER ERDE – ein Titel vom Autor Jules Verne. Hast du das Buch eigentlich gelesen?

JOSH HOMME:
Oh ja, habe ich. Großartiges Buch.

METAL HAMMER:
Gab es für dich wirklich die Parallelen zur Buchhandlung und Atmosphäre?

JOSH HOMME: Auf jeden Fall. All die komischen Entdeckungen, die im Buch gemacht werden zum Beispiel. Hier war auch so viel Seltsames.

METAL HAMMER:
Wie wollt ihr das Geschehen vom heutigen Abend noch mal toppen? Wo könnt ihr noch hin?

JOSH HOMME:
Mir geht es nicht darum, etwas zu toppen. Mir ist Songwriting wichtiger. Ich will mit den Songs neues Terrain erforschen, auf dem andere noch nicht waren. Und das ist nicht immer das Toppen an sich.

METAL HAMMER:
Songwriting ist ein gutes Thema, denn man hört jetzt schon Aussagen über ein neues Album. Gibt es da schon etwas Spruchreifes?

JOSH HOMME:
Nein, dazu ist es noch zu früh. Ich wollte die Welt nur wissen lassen, wie gut es sich mit dem aktuellen Line-Up anfühlt, und dass ein neues Album mit diesen Leuten toll wäre. Aber jetzt gehen wir erstmal weiter auf Tour und sehen dann, wann wir uns mal an ein Album setzen.
 

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Richard Shaw konkretisiert seinen Cradle Of Filth-Ausstieg

Richard Shaw, der seit 2014 bei den britischen Extreme-Metallern Cradle Of Filth Gitarre gespielt und auf den Alben HAMMER OF THE WITCHES (2015), CRYPTORIANA: THE SEDUCTIVENESS OF DECAY (2017) und EXISTENCE IS FUTILE (2021) mitgewirkt hatte, bevor er die Gruppe im März 2022 offiziell verließ, sprach in der letzten Folge eines Podcasts konkreter über die Gründe für seinen Ausstieg. „Ich kam einfach an einen Punkt, an dem ich das alles nicht mehr machen wollte. So einfach ist das“, berichtete Shaw. „Tourneen und Reisen waren nie ein Problem für mich. Das Schreiben und Aufnehmen – die musikalischen Aspekte – habe ich…
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