Jazz, Noise, Punk und Doom – wer hier erstmal keinen Schnittpunkt findet, muss sich nicht schämen. Das Ganze klingt eherwie ein wirrer Fiebertraum als ein ernst zu nehmender Versuch, gute Musik zu produzieren. Doch wer an der musikalischen Begabung der Schweden zweifelt, den belehren Backengrillen auf ihrem Debüt schnell eines Besseren. Schließlich sind hier nicht irgendwelche überambitionierten Kneipenmusiker am Werk, sondern drei Viertel der Punk-Legenden Refused. Abgerundet wird das Quartett vom schwedischen Jazz-Musiker Mats Gustafsson, der die teils melancholischen, teils rabiaten Melodien seiner Mitstreiter mit seinem treuen Saxofon hingebungsvoll begleitet. Bei solch einer geballten Ladung Talent kein Wunder, dass es Backengrillen problemlos gelingt, selbst aus der wildesten Genre-Kombination ein einmaliges Hörerlebnis zu zaubern. Verzerrtes Geschrei trifft auf hypnotisierenden Folk-Gesang, rhythmische Jazz-Soli verfließen mit übersteuerten Noise-Klängen. Das Resultat: vier erstklassige Musiker, die sich richtig ausleben, und ein Debütalbum, das in der musikalischen Landschaft erfolglos seinesgleichen sucht. Manche Kunst muss man nicht verstehen, sondern einfach nur genießen.
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